Typ 2-Diabetes

Übergewicht schadet Blutgefäßen schon bevor Diabetes erkannt wird

|   LV NiedersachsenMeldung

Wer schon längere Zeit vor der Diagnose Diabetes Typ 2 übergewichtig war, lebt mit einem deutlich erhöhten Risiko für Diabetes-Spätschäden an den Blutgefäßen.

Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Typ 2-Diabetes: Schäden an den Blutgefäßen wie beispielsweise von Augen, Nieren und den Nerven zählen zu typischen Folgen dieser Erkrankung. Eine Studie vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke zeigt jetzt, dass bei Übergewichtigen auch in den Jahren bevor der Arzt die Diagnose Diabetes stellt, die Blutgefäße bereits Schaden genommen haben können.

Menschen über 25 Jahre auf Gefäßschäden hin untersucht

Zu diesem Schluss kommen die Autoren der Studie nach Untersuchung der Daten von knapp 28.000 Erwachsenen. Die ersten Untersuchungen fanden bereits in den 1990er Jahren statt. Damals wurden Körpergröße, Gewicht und der Body-Mass-Index (BMI) festgehalten.

Im Jahr 2009 war bei rund 1.600 dieser Teilnehmer Diabetes vom Typ 2 diagnostiziert worden. Die Wissenschaftler aus Potsdam ließen sich die Krankenakten der Hausärzte zukommen und werteten die Krankenakten aus. Rund 1.000 dieser Patienten wiesen damals noch keine Spätkomplikationen auf.

Nieren leiden besonders unter Übergewicht

In den folgenden Jahren wurden die Hausärzte erneut befragt. Hierbei zeigte sich, dass der BMI vor der Diagnose einen großen Einfluss auf spätere Komplikationen hatte. Am deutlichsten zeigte sich dies an Schäden an den Nieren. Bei Teilnehmern, die vor der Diagnose einen BMI zwischen 30,0 bis 34,9 hatten, wurde später doppelt so häufig Nierenschäden diagnostiziert wie bei Normalgewichtigen, die später am Typ 2-Diabetes erkrankten. Bei einem BMI ab 35 war dieses Risiko sogar über dreieinhalb Mal so hoch.

Auch Schäden an den kleinen Blutgefäßen traten häufiger auf, wenn die Studienteilnehmer vor der Diagnose übergewichtig waren. Die Autoren der Studie entdeckten einen klaren Bezug zwischen der Höhe des BMI und Schäden an den Gefäßen. Ein um fünf Punkte höherer BMI im Vergleich zu Normalgewicht führte jeweils zu einem Anstieg späterer Schäden an den Gefäßen von über 20 Prozent.

Abnehmen möglichst bald nach der Diagnose von großem Nutzen

Das Gute ist: Schaffen es Menschen mit Typ 2-Diabetes möglichst rasch nach der Diagnose Gewicht zu verlieren, wirkt sich das günstig auf die Gefäße aus. Um den Stoffwechsel zu verbessern, raten Ärzte meistens dazu den BMI um fünf Punkte zu reduzieren. Bei einem 1,80 großen Menschen mit 100 Kilo Gewicht wären dies rund 12 Kilogramm. Damit der Schaden von den Gefäßen abgewendet werden kann, ist es aber wichtig, sich möglichst rasch nach der Diagnose ans Abnehmen zu machen und nicht erst ein paar Jahre verstreichen zu lassen.

 

Mögliche Folgen der Gefäßschädigungen der großen Gefäße sind:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)

Werden die kleinen Gefäße geschädigt, leiden darunter folgende Organe:

  • Nieren
  • Augen
  • Geschlechtsorgane
  • Nerven