Geringeres Sterberisiko

Diabetes Typ 2: Gesunde Ernährung kann Leben verlängern

| Typ 2Ernährung

Die Auswertung zahlreicher Studien zeigt jetzt, dass eine gesunde Ernährung die Lebenserwartung von Menschen mit Typ-2-Diabetes erhöhen kann. Wer möglichst alt werden will, muss also mehr tun, als nur für gute Blutzuckerwerte zu sorgen.

Gelingt es den Langzeitblutzuckerwert HbA1c mit Medikamenten zu senken, sind die Cholesterinwerte und der Blutdruck im Rahmen? Dann ist doch alles in Ordnung, denken viele und akzeptieren oft auch ihr Übergewicht, weil es schwerfällt, sich mehr zu bewegen und anders zu ernähren.

Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Janett Barbaresko vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf hat die Daten von insgesamt 72 Studien ausgewertet. Demnach würde eine Umstellung der Ernährung nicht nur die Gesundheitswerte verbessern, sondern hätte auch einen Einfluss auf die Lebenserwartung.

Vollkorn, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren

„Wir gehen davon aus, dass eine Ernährung, die reich an Vollkorn, Ballaststoffen, Fisch und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, sowie der Verzehr von viel Gemüse und pflanzlichen Proteinen Menschen mit Typ-2-Diabetes helfen kann, länger zu leben.", so Barbaresko.

Jede zusätzliche Vollkorneinheit in Form von 20 Gramm aus Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Reis oder Zerealien wie beispielsweise Hafer korrelierte mit einer Verminderung des Sterberisikos um 16 Prozent. Auch eine Portion Fisch pro Woche zeigte einen positiven Effekt.

Ungünstig: Cholesterinreiche Lebensmittel

Der zusätzliche Verzehr von fünf Gramm Ballaststoffen (enthalten beispielsweise in einer Birne) reduzierte das Sterberisiko um 14 Prozent. 0,1 Gramm Omega-3-Fettsäuren am Tag senkten laut den Daten das Sterberisiko um 13 Prozent. Gute Quellen für diese Fettsäuren sind Fisch, Pflanzenöle, Nüsse (vor allem Walnüsse), Leinsamen und Blattgemüse. Auch der Verzehr von viel Gemüse hat laut den Daten einen positiven Einfluss. Ungünstig dagegen ist der Verzehr von Eiern und cholesterinreichen Lebensmitteln. Bereits zwei Eier pro Woche erhöhten das Sterberisiko um fünf Prozent.

Ein kleiner Schwachpunkt dieser Auswertung ist die Tatsache, dass man nicht hundertprozentig weiß, ob es einen tatsächlichen kausalen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Lebenserwartung gibt. Es könnte ja sein, dass sich Menschen, die sich gesund ernähren, auch in anderen Bereichen einen positiveren Lebensstil führen.

Chance auf normale Lebenserwartung deutlich erhöht

Barbaresko geht aber davon aus, dass - sollte es Menschen mit Diabetes Typ 2 gelingen, ihre Ernährung umzustellen und jede Woche Vollkornprodukte, Ballaststoffe, Fisch, gesunde Pflanzenöle und Gemüse in ihren wöchentlichen Speiseplan einzubauen - sich deren Chance auf eine normale Lebenserwartung deutlich erhöht, eine gute medizinische Behandlung vorausgesetzt.