Plötzlich zuckerkrank

Diagnose Diabetes Typ 2 – und jetzt?

|   LV NiedersachsenMeldung

Die Diagnose Diabetes ist für viele Menschen ein großer Schock. Viele neue Fragen tauchen auf. Was wird sich in meinem Leben ändern? Worauf muss ich jetzt verzichten? Welche Medikamente muss ich nehmen? Keine Bange, der Arzt wird genau erklären, worauf es ankommt.

„Sie sind jetzt Diabetiker.“ Dieser Satz vom Arzt muss erst mal verdaut werden. „Ein Leben lang auf leckeres Essen verzichten, dafür jeden Tag mehrmals das Blut untersuchen und Insulin spritzen“ – so stellen sich viele ihr Leben vor, wenn sie mit der Diagnose Diabetes Typ 2 konfrontiert werden.

Aber keine Panik, das Leben geht weiter, auch mit Diabetes. Und wie alles hat diese Krankheit auch ihr Positives. Sie bietet die Chance die eigene Lebensweise zu überdenken, künftig ein gesünderes Leben zu führen und damit anderen Erkrankungen vorzubeugen. Ein Lebensstil mit gesunder Ernährung und Bewegung, der den Blutzucker niedrig hält, senkt den Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte. Damit bewahren diese Veränderungen vor Herzinfarkt und Schlaganfall und verhelfen so zu mehr Gesundheit und eventuell zu einem längeren Leben. Im Folgenden erfahrt Ihr das Wichtigste, was Ihr zu dem Thema Diabetes wissen müsst.

Behandlungsziel wird individuell festgelegt

Die Blutzuckerwerte müssen runter. Allgemein gültige Behandlungsziele gibt es aber nicht. Je nach Alter und Lebensumständen oder eventuell vorliegenden anderen Erkrankungen wird der Arzt für jeden seiner Patienten ein spezielles Ziel für den Blutzucker festlegen.

Von Bedeutung sind auch die Blutfettwerte und der Blutdruck, und natürlich ein möglichst normales Körpergewicht und Bewegung. Weiht Eure Familie und Freunde ein, damit sie euch unterstützen können abzunehmen. Verabredet Euch mit Freunden zum Sport. Oder sucht Gleichgesinnte in einer Selbsthilfegruppe oder bei uns.

Ganz wichtig: Der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c

Der HbA1c sagt aus, wie hoch der Blutzucker durchschnittlich in den letzten zwei bis drei Monaten war. Dieser Wert lässt sich durch Medikamente, aber auch durch Ernährung und Sport günstig beeinflussen. Bei den meisten Patienten wird der Arzt einen Wert zwischen 6,5 und 8,5 Prozent anpeilen. Bei der Senkung des Blutzuckers muss aber immer darauf geachtet werden, dass man nicht in den gefährlichen Unterzucker rutscht.

Medikamente nicht immer notwendig

In den letzten Jahren haben diverse Studien gezeigt, dass die sogenannten „Lebensstilfaktoren“ einen enorm wichtigen Einfluss auf die Entwicklung von Diabetes haben. Zu diesen Faktoren gehört Sport, eine gesunde und ausgewogene Ernährung und ein Verzicht aufs Rauchen. Manchen Menschen mit Diabetes gelingt es allein durch einen veränderten Lebensstil und ohne Medikamente ihren HbA1c zu senken.

Wenn der Blutzucker nicht alleine mit Verhaltensänderungen in den Griff zu bekommen ist, verordnen die Ärzte bei den allermeisten Diabetikern Tabletten mit dem Wirkstoff Metformin. Manche Menschen erhalten zusätzlich zu Metformin den Wirkstoff Gliflozin oder Glutid. Da diese Medikamente auch Nebenwirkungen wie Übelkeit haben, wird der Arzt diese Kombibehandlung nur bei bestimmten Menschen mit Typ-2-Diabetes wählen. Dazu zählen diejenigen, die einen Herzinfarkt hinter sich haben oder herzkrank sind. Liegt ein hohes Risiko für einen Herzinfarkt vor, beispielsweise bei schweren Nierenschäden, wird der Arzt Vor- und Nachteile abwägen.

Leider gelingt nicht bei allen, den Blutzucker mit diesen Substanzen zu senken. Dann greift der Arzt auf andere Medikamente zurück. Dazu zählen unter anderem Gliptine, Sulfonyl-Harnstoffe oder Insulin.

Was man selber für sich tun kann

Eine spezielle Diät müsst Ihr nicht halten, es gelten dieselben Regeln wie für alle Menschen. Spezielle Diät-Lebensmittel sind nicht nötig. Alkohol sollte nur in Maßen getrunken werden. Zigaretten sind tabu. Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, sollte abnehmen. Hier zählen auch die kleinen Schritte. Jedes Kilo zählt. Gerade am Anfang sind Ernährungsschulungen Gold wert und sollten ernst genommen werden.

Der zweite wichtige Punkt betrifft die körperliche Aktivität. Unterhaltet Euch mit Eurem Arzt darüber, welcher Sport geeignet für Euch ist und überlegt, was Spaß machen würde. Am besten ist es, langsam in Bewegung zu kommen. Vorsicht: Beim Sport sinkt der Blutzucker! Am besten für Notfälle mit plötzlichem Unterzucker immer ein Stück Obst oder ein paar Nüsse in der Tasche haben.