Menschliche Stammzellen in großer Menge in Beta-Zellen verwandelt

Diabetes Typ 1 bei Mäusen heilbar

|   LV NiedersachsenMeldung

US-Forschern ist es kürzlich gelungen, menschliche Stammzellen in ausreichender Menge in Zellen der Bauchspeicheldrüse zu verändern, sodass diese Zellen in Mäuse mit Diabetes transplantiert Insulin produzieren konnten.

Zum ersten Mal gibt es eine realistische Perspektive für klinische Studien zur Heilung von Typ-1-Diabetes. Im Labor entwickelte Zellen der Bauchspeicheldrüse (Beta-Zellen) wurden Mäusen mit Typ-1-Diabetes gespritzt und diese damit geheilt. Die Daten wurden in der renommierten Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Mäuse innerhalb von zwei Wochen geheilt

Die Wissenschaftler entnahmen Probanden eine Hautbiopsie und stellten aus Zellen der Haut Stammzellen her. Im Labor wurden diese Zellen zu Beta-Zellen ausdifferenziert und anschließend Mäusen injiziert. Innerhalb von nur zwei Wochen begannen diese Zellen in so hoher Menge Insulin zu produzieren, dass die Mäuse von ihrem Diabetes geheilt wurden.

 

Stammzellen

Stammzellen sind eine Art Ursprungszellen im menschlichen Körper, die zu verschiedenen Zelltypen ausreifen können. Diese Zellen haben das Potenzial, sich in jegliche Gewebetypen zu entwickeln. In der vorliegenden Studie wurden Stammzellen zu Beta-Zellen ausdifferenziert. Beta-Zellen sind die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin produzieren und ins Blut ausschütten.

Beta-Zellen

Die Beta-Zellen sind spezielle Zellen der Langerhans'schen Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse, die das lebensnotwendige Hormon Insulin produzieren. Bei Typ-1-Diabetes werden die Beta-Zellen vom eigenen Immunsystem zerstört. Deswegen spricht man bei Diabetes vom Typ 1 von einer Autoimmunerkrankung. Eine mögliche künftige Behandlung besteht in der Transplantation von Beta-Zellen, die aus Stammzellen hergestellt werden.

 

Beta-Zellen im Labor hergestellt

Seit einigen Jahren ist möglich Zellen aus der Haut, sogenannte Fibroblasten, in Ursprungszellen, also Stammzellen zurückzuführen und diese dann so zu stimulieren, dass sie sich zu Beta-Zellen entwickeln. Das Problem in früheren Studien war, dass die Menge der Beta-Zellen nicht ausreichte. Den Forschern aus Kalifornien ist es jetzt mit einem Cocktail von verschiedenen Substanzen gelungen, die Entwicklung von Stammzellen zu beschleunigen und die Entwicklung in andere Zellformen zu unterbinden.

Die Beta-Zellen der Mäuse wurden mit einer chemischen Substanz zerstört. Die Mäuse entwickelten daraufhin Diabetes vom Typ 1. Die im Labor hergestellten Beta-Zellen wurden daraufhin transplantiert und sorgten innerhalb von nur zwei Wochen für eine Normalisierung der Blutzuckerwerte.

Option eventuell für Diabetiker nach einer Nierentransplantation

Die Studie zeigt, dass es inzwischen technisch möglich wäre, genügend Beta-Zellen für eine Injektion herzustellen. Die Frage ist, ob diese Zellen beim Menschen überlebensfähig wären. Um das Immunsystem daran zu hindern, diese Zellen anzugreifen, müssten zudem lebenslang immunsupprimierende Medikamente eingenommen werden. Deswegen dürfte diese Methode, wenn überhaupt vor allem für diejenigen Diabetiker in Frage kommen, die wegen Nierenschäden bereits ein Organ transplantiert bekommen haben und deswegen ohnehin Medikamente einnehmen müssen, welche die Abstoßung des Transplantats verhindern sollen.