Bei langfristiger Einnahme

Metformin als Vitamin-B12-Räuber?

| ErnährungTyp 2

Diabetiker, die Metformin einnehmen, haben offenbar häufiger niedrigere Vitamin-B12-Werte. Dies zeigt unter anderem eine Untersuchung der diabetologischen Hochschulambulanz des Uniklinikums Jena.

In den letzten Jahren häufen sich die Daten, dass Metformin nicht nur den Glukose-Stoffwechsel beeinflusst, sondern bei langfristiger Einnahme auch für niedrigere Werte von Vitamin B12 sorgt. Metformin behindert die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm und kann deswegen zu Mangelzuständen führen.

650 Typ-2-Diabetiker untersucht

Von Januar 2021 bis Januar 2022 wurde an der diabetologischen Hochschulambulanz routinemäßig Vitamin B12 bei allen Patienten mit Diabetes Typ 2 bestimmt. Als Mangel galten Werte unter 150 pmol/l. Untersucht wurden in diesem Zeitraum rund 650 Personen, die durchschnittlich 69 Jahre alt waren. Die Studienteilnehmer waren im Mittel seit 14 Jahren an Diabetes erkrankt und wiesen einen HbA1c von 7,5 Prozent auf.

4,6 Prozent haben Mangel an Vitamin B12

Die Mediziner beobachteten, dass die Diabetiker, die Metformin einnahmen, im Schnitt deutlich niedrigere Vitamin-B12-Werte hatten als diejenigen Diabetiker, die kein Metformin einnahmen. Und zwar unabhängig davon, ob eine niedrigere oder höhere Dosierung von Metformin eingenommen wurde. Einen regelrechten Mangel an dem Vitamin wiesen 4,6 Prozent auf. Der Anteil unter Diabetikern, die kein Metformin einnahmen lag bei nur 1,4 Prozent.

Zusammenhang schon länger bekannt

Dass es zwischen der Einnahme von Metformin und Vitamin B12 einen Zusammenhang gibt, haben bereits frühere Untersuchungen gezeigt. Ein Mangel an diesem Vitamin kann unter anderem neurologische und ­psychiatrische Erkrankungen verursachen.

 

Vitamin B 12, auch Cobalamin genannt, ist unter anderem an der Blutbildung beteiligt. Dieses Vitamin spielt bei diversen Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle, unter anderem beim Abbau von Fettsäuren. Vitamin B12 findet sich in erster Linie in tierischen Lebensmitteln wie in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten.

Symptome von Vitamin-B12-Mangel

  • Leistungsabfall
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • kognitive Beeinträchtigungen
  • Depressionen
  • neurologische Beschwerden
  • Blasse Haut
  • Schwindel
  • Schwäche
  • Zungenbrennen, Kribbeln, Taubheitsgefühle

In Absprache mit dem Arzt können Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 für manche Menschen sinnvoll sein. Vor der Einnahme aber bitte vom Arzt beraten lassen!