Je nach System misst ein Continous Glucose Monitoring(CGM)-Sensor etwa alle fünf Minuten den Glukosegehalt in der Gewebeflüssigkeit des Unterhautfettgewebes und übergibt die Messwerte an ein Smartphone, Smartwatch oder ein Lesegerät. Durch die permanente Messung können Schwankungen des Blutzuckers zeitnah erkannt und so sowohl zu hohe Zuckerwerte als auch Unterzuckerungen vermieden werden. Dies ist für Menschen mit Typ-1-Diabetes ein Segen, da der Zuckergehalt im Gewebe so in Echtzeit und ohne Stechen gemessen wird.

Erkennen, wodurch der Blutzucker steigt
Aber auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes sind CGM-Sensoren von Nutzen. Träger der Sensoren lernen, in welchen Situationen oder nach welchen Nahrungsmitteln ihr Blutzucker steigt oder sinkt. Das kann dabei helfen, den Körper besser zu verstehen und so auf längere Sicht den Langzeitzuckerwert HbA1c zu senken.
Gerade denjenigen, denen es schwerfällt, den HbA1c-Wert im Zielbereich zu halten, könnten die zeitnahen Informationen über ihren Blutzucker helfen, ihren Speiseplan und ihren Lebensstil positiv zu verändern und eventuell auch die Dosierung ihrer Medikamente anzupassen.

HbA1c im Schnitt um 1,5 Prozent gesunken
Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass Typ-2-Diabetes-Erkrankte ihren HbA1c deutlich besser unter Kontrolle hatten, wenn sie an mindestens 270 Tagen pro Jahr (also an rund drei von vier Tagen) ein CGM-System nutzten. Ihr HbA1c fiel nach einem Jahr um durchschnittlich 1,52 auf unter 7,5 Prozent.
Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die CGM-Sensoren, Menschen mit Typ-2-Diabetes motivieren, ihren Lebensstil zu ändern. Wenn man direkt beobachten kann, wie nach kohlehydratreichen Speisen die Zuckerwerte in die Höhe schießen und nach Bewegung fallen, führt dies offensichtlich zu Verhaltensänderungen.

CGM-System auf Rezept?
Seit 2016 werden CGM-Systeme für Typ-1-Diabetiker vom Arzt per Rezept verordnet. Bei Typ-2-Diabetikern, die kein Insulin benötigen, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten nicht. Liegt eine Insulinpflicht vor und gelingt es dem Erkrankten nicht Unterzuckerungen zu verhindern, kann in Einzelfällen ein CGM-System auf Kassenkosten verordnet werden. Wer das System auf eigene Kosten nutzen möchte, muss dafür je nach Anbieter rund 200 bis 500 Euro pro Monat berappen.


