Zur Bewegung animiert durch Knödel

Fortbildung: Was Alpakas für Menschen mit Diabetes tun können

Animation zu mehr Bewegung, Achtsamkeit und Geduld. Alles Dinge, die gegen Stress helfen und zum verbesserten Umgang mit kognitiven Einschränkungen führen. Manchmal kann zu diesem Zweck ein Tier genau der richtige Motivator sein. Auf einer Fortbildung erforschten wir deshalb, ob die drollig-flauschigen Alpakas geeignete Therapietiere bei Diabetes im Alter sind.


Bereits seit Jahrzehnten sind Kleidungsstücke aus dem Fell des Alpaka-Kamels äußerst beliebt. Seitdem die drolligen Vierbeiner auch vermehrt bei uns gehalten werden, entdecken jedoch mehr und mehr Menschen einen weiteren Nutzen der Tiere: Ihre empathische aber dabei eigenbrötlerische Art prädestiniert sie auch zu Akteuren in tiergestützten Begleittherapien.

Seit längerem werden deshalb die positiven Auswirkungen der Interaktion der sanften Vierbeiner mit kognitiv beeinträchtigten Menschen evaluiert. Auch ein Diabetes mit seinen Auswirkungen auf die Nerven hat Schnittmengen mit solchen Erkrankungen. Warum also nicht einmal prüfen, was eine Wanderung mit den Tieren mit Menschen mit Diabetes macht?

Positive Wirkung auf Menschen

Unter diesem Leitgedanken stand unsere Fortbildung in unserem Wolfenbütteler Bildungszentrum mitten im August. Mit den Pflegeheimleiterinnen Sabine Resch-Hoppstock und Ellen Arndt standen uns zwei kompetente Referentinnen zur Verfügung, die uns nicht nur die positiven Wirkungen von Alpakas auf Menschen näherbrachten, sondern auch zu den Themen „Diabetes im Pflegeheim“ und zu gesunder Ernährung im Alter etwas zu sagen hatten.

Sanfte Haartracht

Vor einer Wanderung mit den Tieren entlang des Braunschweiger Südsee, gab es an einem schwülen Samstagmorgen somit erst einmal viel Stoff zu besprechen. Nicht nur bildlich, sondern auch wortwörtlich, denn die Alpaka-Expertinnen hatten selbstverständlich auch diverse Produkte aus dem angenehm flauschigen Fell der kleinen Neuwelt-Kamele zum Anfassen dabei. Sofort fiel auf: Diese Haartracht spricht für sanfte Träger.

Was ist ein Alpaka?

Alpakas sind eine Kamelart, die ursprünglich aus den Anden Südamerikas stammt. Im Gegensatz zum verwandeten Lama werden sie nicht vorwiegend als Lastentier, sondern als Wolllieferanten gezüchtet. Alpakas sind wie alle Kamele Herdentiere und fühlen sich in Gruppen am wohlsten. Sie sind Pflanzenfresser und ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern, können Zucker nur sehr schwer verdauen. Wegen Ihres ruhigen und friedlichen Charakters, aber auch ihrer Achtsamkeit und Empathie förderenden Eigenheiten, werden sie heute auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt.

Allergikerfreundliche Wolle

Die Fasern des Alpaka-Fells sind weich und seidig-glänzend. Im Vergleich zu anderen Wollarten ist Alpaka-Wolle wärmer, feiner und hat keinen Gehalt an Wollfett. Sie kann deshalb auch von Menschen mit  entsprechender Allergie getragen werden.

Quelle: Wikipedia

Freude am Gehen zurückgebracht

Dieses Aushandeln stellt eine ideale Übung in Achtsamkeit, Geduld und Empathie dar. Die Tiere sind stur, aber dabei nicht aggressiv. Kann ihnen Ihr Begleiter Sicherheit vermitteln sind sie willens, mit ihm ein Stück zu gehen. Zumindest bis das Gras am Wegesrand einfach zu verlockend ist - oder die Blase drückt. Trotz Spukattacke durch Leittier Bounty stellte Selbsthilfegruppenleitern Frigga Sprenger zufrieden fest: „Ich kriege mich nur noch schwer zu längeren Wegen motiviert, aber diese freundlichen Tiere haben mir wirklich Freude am Gehen vermittelt. Ich habe meine Schmerzen ganz vergessen.“

Den Weg mit dem Tier aushandeln

Einfach sind die Tiere im direkten Kontakt deshalb jedoch nicht. Helmut, Knödel, Diego, Lars das Lama und die anderen Alpakas hatten anlässlich der Wanderung dann doch zuweilen ihren sehr eigenen Kopf. Guide Larissa von der Stöckheimer Alpaka-Farm erklärte dazu: „Die Tiere akzeptieren es nicht an der Leine gezogen zu werden. Wenn sie einmal stehen bleiben, dann bleiben sie stehen, bis sie entscheiden, dass es weitergeht. Das müsst Ihr mit dem Tier individuell aushandeln.“

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Ernährung und Bewegung bei Diabetes im Alter

Die Erlebnisse wurden am Sonntagmorgen noch einmal entsprechend betrachtet und auch die durchgeführten Blutzucker- und Blutdruckmessungen ausgewertet. Ergebnis: Die Bewegung senkt natürlich den Blutzucker, aber eben auch den Blutdruck. Dass zu ausreichend Bewegung auch eine entsprechend gesunde Ernährung gehört, machte dann Referentin Ellen Arndt nicht nur theoretisch deutlich. Das Gesagte wurde auch praktisch mit einem hervorragendem mediterranen Buffett aus ihrer Pflegeheim-Küche erprobt.