Spätestens nach der Bundestagswahl Kurswechsel notwendig

Mediziner sehen Deutschland in einer Diabetes-Pandemie

|   BV HannoverLV NiedersachsenMeldung

Deutsche Ärzte schlagen Alarm: Neben der Corona-Pandemie befände sich das Land aktuell auch in einer massiven Diabetes-Pandemie. Maßnahmen zur Vorbeugung gingen leider gerade an denjenigen vorbei, die davon am meisten profitieren würden.

Nicht nur die Eindämmung der COVID-19-Pandemie im Blick zu haben, sondern auch andere gesundheitliche Probleme unserer Gesellschaft, fordern Ärzte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Spätestens nach den Bundestagswahlen müssten von der jeweiligen Regierung vorbeugende Maßnahmen zumr Verhütung von Typ-2-Diabetes intensiviert werden.

Jeder elfte Erwachsene in Deutschland an Typ-2-Diabetes erkrankt

Mittlerweile sind neun Prozent der erwachsenen Bundesbürger an Diabetes Typ 2 erkrankt, Tendenz steigend. Damit wächst auch die Zahl von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Erkrankungen der Niere oder der Augen, wie die Ärzte Zeitung berichtet.

Diabetes ist keine Wohlstandskrankheit

Von der Aufklärung vom Kindergarten in Sachen gesunde Ernährung bis hin zur Stadtplanung in Hinblick auf mehr Bewegung - gemeinsame Fortschritte seien nötig, um dieser Krankheit Einhalt zu gebieten, so Barbara Ritzert, Sprecherin der DDG. Ritzert fordert unter anderem eine verbindliche Kennzeichnung von Lebensmitteln und eine steuerliche Entlastung von gesunden Lebensmitteln. „Lebensmittel mit einem geringen Anteil an Zucker, Fett oder Salz müssen steuerlich entlastet werden. Nur so erreichen wir auch die sozial benachteiligten Menschen, die nachweislich ein deutlich erhöhtes Risiko haben an Diabetes zu erkranken“, so Ritzert.  Diabetes sei keine Wohlstandskrankheit.

Änderung des Lebensstils bei Vorstufen von Diabetes

„Mittlerweile ist es möglich, die Menschen mit Prädiabetes, also einer Vorstufe von Diabetes, zuverlässig zu erkennen. Diese Frauen und Männer haben ein sehr hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken“, sagt Prof. Dr. med. Andreas Fritsche von der DDG. Ihnen müsse man Konzepte anbieten, mit denen sie ihren Lebensstil nachhaltig verändern könnten. Wirkungsvolle Vorbeugemaßnahmen müssten nicht nur den Gesundheitsbereich, sondern auch andere Bereiche wie Wissenschafts-, Sozial- und Landwirtschaftspolitik miteinbeziehen.

Prävention von Folgeschäden um Lebensqualität zu erhalten

Ein weiterer wichtiger Punkt sei es, Folgeschäden bei denjenigen zu verhindern, die bereits an Diabetes erkrankt seien. Auch hier müssten laut Fritsche weitere Präventivmaßnahmen allen Diabetikern zur Verfügung stehen. Menschen mit Diabetes Typ 2 lebten oft mit diversen gesundheitlichen Einschränkungen, welche die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen könnten. „Auch diese Entwicklung lässt sich durch Prävention vermeiden oder zumindest verlangsamen“, so Fritsche.