Niedrigerer HbA1c beim Einsatz von Insulin

Kontinuierliche Glukosemessung auch für Typ-2-Diabetiker hilfreich

|   LV NiedersachsenMeldung

Die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) wurde ursprünglich für Menschen mit Typ 1-Diabetes entwickelt. Studien zeigen aber, dass von der Methode auch insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker profitieren.

Verbessert ein CGM-System bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten, die mit Basalinsulin behandelt werden, den Blutzuckerlangzeitwert HbA1c? Ja, sagt eine amerikanische Studie und kommt damit zu demselben Schluss wie eine weitere Erhebung einer US-amerikanische Krankenkasse. Dabei muss erwähnt werden, dass die erste Studie von einem Hersteller von CGM-Systemen in Auftrag gegeben wurde.

Im Laufe der Erkrankung muss oft zu Insulin gegriffen werden

Menschen mit Typ 2-Diabetes benötigen zu Beginn ihrer Erkrankung in den meisten Fällen kein Insulin. Im Verlauf der Krankheit brauchen aber viele jeden Tag eine oder zwei Spritzen eines langwirksamen Insulins. Ein Teil der Diabetiker bekommt damit aber den HbA1c nicht in Griff und weist trotz Insulin viel zu hohe Werte auf.

Im Rahmen einer Studie wurden 175 Typ-2-Diabetiker mit einem CGM-Gerät versorgt. Das Durchschnittsalter lag bei 57 Jahren und die Teilnehmer waren bereits seit 14 Jahren erkrankt. Alle Teilnehmer litten an schlechten Blutzuckerwerten, der HbA1c lag im Mittel bei neun Prozent. Als Kontrolle diente eine vergleichbare Gruppe an Diabetikern, die den Blutzucker mittels Teststreifen kontrollierte.

 

Diabetes Typ 2 in Zahlen

  • In Deutschland gibt es aktuell circa acht Millionen Menschen mit Diabetes, bei etwa 95 Prozent liegt ein Typ-2-Diabetes vor.
  • Etwa jeder zweite Mensch mit Typ-2-Diabetes in Deutschland könnte ohne Medikamente gut behandelt werden, das heißt mit Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, speziellen Schulungen und ausreichend Bewegung.
  • Rund 40 bis 50 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes nehmen blutzuckersenkende Tabletten ein.
  • Mehr als 1,5 Millionen, also grob gerechnet jeder fünfte Typ-2-Diabetiker wird mit Insulin behandelt, sei es als kombinierte Therapie mit Tabletten, konventionelle Zweispritzentherapie oder intensivierte Insulintherapie ähnlich wie Menschen mit Typ-1-Diabetes.

 

HbA1c um einen Prozentpunkt gesenkt

Die CGM-Träger konnten ihren HbA1c im Schnitt um einen Prozentpunkt auf acht Prozent verbessern. Auch die Teilnehmer, die ihren Blutzucker ein- bis drei Mal täglich kontrollierten konnten ihren HbA1c durch verbessern, allerdings nur um 0,6 Prozent.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten eines CGM-Geräts unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Typ-2-Diabetikern. CGM-Systeme mit Alarmfunktion gehören zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Voraussetzungen für die Kostenerstattung ist unter anderem eine intensivierte Insulinbehandlung mit Pen oder einer Insulinpumpe und das Nichterreichen des Therapieziels, dass sich der Erkrankte zusammen mit seinem Arzt gesetzt hat.