„mRNA-1273“ von Moderna zugelassen

Corona: Alle Infos zum zweiten Impfstoff

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Nach der Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer im Dezember 2020 darf in der Europäischen Union künftig auch das Produkt des US-Herstellers Moderna verimpft werden. Wir informieren zu Risiken und Nebenwirkungen.

Hoffnung für Viele: Vor wenigen Tagen hat die europäische Zulassungsbehörde den Covid-Impfstoff von Moderna zur Zulassung für Personen ab 18 Jahren empfohlen. Die Zulassung durch die EU-Kommission erfolgte noch am selben Tag. Damit stehen in Deutschland jetzt zwei Impfstoffe zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung.

Bei beiden Vakzinen handelt es sich um sog. mRNA-Impfstoffe. Mit der mRNA enthalten die Impfstoffe die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Die Körperzellen stellen dann selbst das Virusprotein her und entwickeln dagegen eine Immunantwort. Dieses Wirkprinzip ist schon länger Bestandteil intensiver Forschungsarbeit, für einen zugelassenen Impfstoff aber neu.

Keine Manipulation des Erbguts

Viele Menschen haben deshalb Bedenken gegenüber einer solchen Impfung, da immer wieder behauptet wird, die Einbringung von mRNA in den Organismus stelle eine Manipulation am menschlichen Erbgut dar. Wir stellen deshalb klar: mRNA kann nicht in das Erbgut des Menschen eingebaut werden, da der menschliche Organismus kein Enzym besitzt, um mRNA in DNA umzuschreiben! Außerdem hat der Zellkern, in dem sich unser Erbgut befindet, eine eigene Hülle.

Keiner der geimpften Studienteilnehmer erkrankte schwer an Corona

Der Impfstoff von Moderna wurde bislang an mehr als 30.000 Teilnehmenden erprobt. Bei Personen bis 55 Jahren reduzierte die Impfung das Risiko sich mit dem Virus zu infizieren um 96 Prozent, bei den Personen über 55 Jahren um 86 Prozent. Keine einzige der geimpften Personen erkrankte schwer an Covid-19.

Auch Diabetiker unter den Studienteilnehmern

Die Studienteilnehmer waren zwischen 18 und 95 Jahren alt. Neben Gesunden nahmen auch Personen mit leichteren Erkrankungen oder chronischen Krankheiten teil. Dazu zählten auch Menschen mit Diabetes, bei denen das Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung erhöht ist.

Nebenwirkungen häufig, aber meistens harmlos

Vorübergehende Nebenwirkungen der Impfungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen oder Muskel- oder Gelenkschmerzen traten relativ häufig auf, blieben aber meist leicht. Diese Begleiterscheinungen traten öfter nach der zweiten Impfdosis vier Wochen später auf. Dies sind alles Symptome, die auch von anderen Impfungen bekannt und in der überwältigenden Zahl der Fälle harmlos und vorrübergehend sind.

Langfristige Wirkung noch unklar

Fragen zur längerfristigen Wirkung des Impfstoffs lassen sich im Moment noch nicht beantworten. Der volle Impfschutz besteht zehn Tage nach der zweiten Impfung.

Diese Ergebnisse entsprechen ziemlich genau denen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, der an 44.000 Personen getestet wurde. Das Präparat von Biontech ist aktuell für alle ab 16 Jahren zugelassen, das amerikanische Produkt von Moderna für alle ab 18. Bis Kinder und Jugendliche geimpft werden können, dürfte sich hier allerdings noch einiges ändern. Bisher steht dafür noch gar nicht genug Impfstoff zur Verfügung.

Geimpfte könnten noch ansteckend sein

Die Zulassungsstudien zu beiden Impfstoffen untersuchten, ob Erkrankungen verhindert werden können. Unklar ist aber, ob man sich trotz Impfschutz symptomfrei mit dem Corona-Virus infizieren kann. Deswegen ist auch nicht auszuschließen, dass geimpfte Personen das Virus trotzdem weiterhin übertragen können.

Allergie ist Ausschlussgrund

Nicht geimpft werden sollten Menschen mit allergischen Reaktionen auf einen der Inhaltsstoffe. Auch wer nach der ersten Impfung schwere allergische Reaktionen entwickelte, sollte sich die zweite Impfung ersparen. Wer auch sonst keine oder nur leichte Allergien hat, hat aber beste Chancen die Vakzine gut zu vertragen und von einer Impfung zu profitieren.

Menschen mit Diabetes möglichst früh impfen

Aus den Studien ist nicht ersichtlich, dass Menschen mit Diabetes die Impfung besonders schlecht vertragen würden. Aufgrund des besonders erhöhten Risikos für Betroffene im Falle einer Infektion mit Covid-19 empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft ausdrücklich eine bevorzugte und möglichst frühe Impfung.

In Niedersachsen aktuell noch keine Impftermine

Aktuell werden in Deutschland über 80-Jährige, Pflegeheimbewohner und in der Pflege Tätige geimpft. Das Land Niedersachsen vergibt aber anders als andere Bundesländer aktuell noch keine Impftermine. Dies kann sich aber hoffentlich nur noch um Tage handeln. Am besten immer mal wieder auf der Website des Landes Niedersachsen vorbeischauen. Oder unter der Corona-Hotline 0800-9988665 nachfragen.

Weitere Informationen zum neuen Impfstoff sind hier abrufbar.