Haferkuren zielen darauf ab, den Stoffwechsel zu regulieren, Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes zu verbessern und die Leber zu entlasten. Eine zweitägige Diät mit 300 Gramm Haferflocken pro Tag senkte im Rahmen einer kleineren Studie an der Universität Bonn den Cholesterinspiegel der Teilnehmer, die allesamt übergewichtig waren. Bei allen lag ein metabolisches Syndrom vor.
Nach den Hafertagen sanken die Werte der Probanden für das gefährliche LDL-Cholesterin, wobei die Werte auch sechs Wochen später noch deutlich niedriger als zu Beginn waren. Eine sechswöchige Diät, bei der Teilnehmer im Rahmen einer anderen Studie in Bonn täglich 80 Gramm Hafer verzehrten und sich ansonsten wie üblich ernährten, erzielte dagegen nur geringe Effekte.
Metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom ist eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und erhöhtem Blutzucker. Per Definition müssen zusätzlich zum erhöhten Bauchumfang zwei der folgenden Merkmale zutreffen: Erhöhte Triglyzeridwerte, zu hohes Cholesterin, erhöhter Nüchternblutzucker und Bluthochdruck.
Das Tückische ist, dass das Syndrom oft über Jahre hinweg keine Schmerzen verursacht. Die Kombination der Faktoren führt jedoch zu einer schleichenden Schädigung der Gefäße (Arteriosklerose), was die Entstehung schwerer Krankheiten begünstigt.
Die Hauptursachen liegen meist in einem modernen Lebensstil: Bewegungsmangel und eine kalorienreiche Ernährung.
Effektivste Maßnahme ist eine konsequente Lebensstiländerung. Gewichtsabnahme und regelmäßige körperliche Aktivität können die Stoffwechselwerte verbessern

300 Gramm Haferflocken an zwei aufeinanderfolgenden Tagen
„Wir wollten wissen, wie sich eine spezielle Haferkur auswirkt“, erklärten die Wissenschaftler aus Bonn. Dazu sollten sich die Beteiligten dreimal täglich ausschließlich von Haferflocken ernähren, die sie zuvor in Wasser aufgekocht hatten. Als Zugabe erlaubt waren kleine Mengen an Obst und Gemüse.

Senkung von LDL-Cholesterin um zehn Prozent
Daraufhin kam es bei den Blutfetten zu einem beachtlichen Rückgang. Das LDL-Cholesterin ging um durchschnittlich 16,26 mg/dl und die Triglyzeride um 15,61 mg/dl zurück. „Der Spiegel des besonders schädlichen LDL-Cholesterins sank bei den Teilnehmern um zehn Prozent - das ist eine substanzielle Reduktion, wenn auch nicht ganz vergleichbar mit der Wirkung moderner Medikamente“, so die Forscher. Außerdem verloren die Teilnehmer leicht an Gewicht und ihr Blutdruck sank ebenfalls.

Hafer fördert Wachstum günstiger Bakterien im Darm
Wie entfalten Haferflocken ihre Wirkung? „Wir konnten feststellen, dass sich durch den Verzehr der Haferflocken die Zahl bestimmter Bakterien im Darm erhöht“, so eine der Autorinnen. Darmbakterien sind in den letzten Jahrzehnten immer stärker in den Fokus der Forschung geraten. Das Mikrobiom spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Cholesterinspiegels, indem es Fett im Darm bindet, verstoffwechselt und die Aufnahme in das Blut verringert.


