Harte Checks, rasante Sprints und Tore in letzter Sekunde: Eishockey gehört zu den schnellsten und härtesten Mannschaftssportarten der Welt. Der Sport verlangt dem menschlichen Körper einiges ab. Doch einige Spieler müssen neben dem Puck noch etwas anderes ständig im Blick behalten: ihren Blutzuckerwert.
Einer von ihnen ist Max Domi, der linke Flügelstürmer der Toronto Maple Leafs. Als der Kanadier mit zwölf Jahren die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt, war seine größte Sorge, dass es bald vorbei sei mit seiner großen Leidenschaft. Sein Arzt machte ihm Mut und erzählte ihm von Bobby Clarke, einer Legende der nordamerikanischen Profiliga NHL.

Clarke lebte ebenfalls mit Typ-1-Diabetes und gewann mit den Philadelphia Flyers 1974 und 1975 den Stanley Cup. Dreimal wurde er zum wertvollsten Spieler der NHL gewählt. Und das zu einer Zeit, als moderne Glukosesensoren und Insulinpumpen noch in ferner Zukunft lagen.
Für Domi wurde Clarke zum großen Vorbild. Als Zwölfjähriger wählte er dessen Rückennummer 16 – als Zeichen dafür, dass sein Traum von der Profikarriere im Eishockey weiterlebte. Später schaffte er dann selbst den Sprung in die wichtigste Eishockeyliga der Welt und spielt heute für die Toronto Maple Leafs, gewann 2016 mit der kanadischen Nationalmannschaft die Goldmedaille der Eishockey-Weltmeisterschaft.

Höchstleistung trotz Diabetes
Ein Eishockeyspiel verlangt dem Körper alles ab. Explosive Sprints, Zweikämpfe und Adrenalin haben starken Einfluss auf den Glukosespiegel. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes bedeutet das zusätzliche Planung: engmaschige Kontrolle des Blutzuckers, individuelle Abstimmung von Kohlenhydraten und Insulin und auch nach dem Spiel muss auf Veränderungen verstärkt geachtet werden.
Dass sportliche Perspektiven trotz dieser Herausforderungen offenstehen, zeigt auch Torwarttalent Evan Gardner. Der Kanadier erhielt mit elf Jahren die Diagnose Typ-1-Diabetes und wurde 2024 von den Columbus Blue Jackets im NHL-Draft ausgewählt. Moderne Glukosesensoren unterstützen ihn dabei, seine Werte im Blick zu behalten. Ein Draft ist allerdings noch kein NHL-Einsatz, aber meist der erste Schritt dorthin.
Solche Geschichten machen Mut. Denn Kinder mit Diabetes brauchen nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch Vorbilder, die zeigen, was möglich ist.

Ein Fan tritt kräftig in die Pedale
Dass Eishockey Menschen bewegen kann, beweist auch Sven Glaß. Der begeisterte Anhänger der Fischtown Pinguins aus Bremerhaven hat sich etwas Außergewöhnliches vorgenommen: Rund 13.000 Kilometer fährt er mit dem Fahrrad zu allen Auswärtsspielen seiner Mannschaft, der Fischtown Pinguins. Ohne E-Bike, dafür mit reichlich Ausdauer und einer besonderen Mission.
Unter dem Motto „Svens krasse Spendentour – Mit dem Rad. Für Kinder mit Diabetes“ sammelt er Spenden für die Familien- und Selbsthilfearbeit der Diabetiker Niedersachsen.
Während auf dem Eis um Punkte gekämpft wird, kämpft Sven auf Deutschlands Straßen gegen Gegenwind, Regen und müde Beine. Jeder Kilometer macht auf die Lebenssituation von Kindern mit Typ-1-Diabetes und ihren Familien aufmerksam.
Sven will mit dem gesammelten Geld helfen, Austausch, Unterstützung und gemeinsame Erlebnisse für Kinder mit Typ-1-Diabetes und ihre Familien zu ermöglichen. Ausgangspunkt seiner Motivation ist seine achtjährige Tochter Rosa, die einen Typ-1-Diabetes hat. Für die Unterstützung, die sein Kind durch die Diabetiker Niedersachsen erfahren hat, ist Sven zutiefst dankbar.
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Vorbilder – ob im Sattel oder auf dem Eis
Max Domi, Evan Gardner und Bobby Clarke zeigen, dass Typ-1-Diabetes einer erfolgreichen Sportkarriere nicht grundsätzlich im Weg stehen muss. Sven Glaß zeigt, dass man auch abseits des Spielfelds mit starker Leistung Großes bewegen kann.
Die Geschichten haben eine gemeinsame Botschaft: Eine Diabetes-Diagnose sollte nicht bestimmen, welche Träume Kinder haben dürfen.
Vielleicht wird eines dieser Kinder später selbst Eishockeyprofi. Vielleicht entdeckt es eine ganz andere Leidenschaft. Entscheidend ist, dass es die Chance bekommt, seinen eigenen Weg zu gehen.
Und dafür braucht es keinen Stanley Cup. Es reichen ein Fahrrad, ein großes Herz und 13.000 Kilometer voller Leidenschaft.



