Coaching durch Familienangehörige

Typ-2-Diabetiker als Präventionsmanager für die Familie

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Wären Menschen mit Typ-2-Diabetes dazu bereit sich schulen zu lassen, mit dem Ziel, Ihre Verwandten vor Diabetes zu schützen? Dieser Frage ging eine kürzlich veröffentlichte Studie nach.

Wer einen direkten Angehörigen mit Diabetes vom Typ 2 hat, lebt mit einem 40-prozentigem Risiko im Laufe seines Lebens auch an Diabetes zu erkranken. Das liegt zum einen an einer gewissen genetischen Veranlagung, aber ganz stark auch an der Lebensweise, die in der Familie praktiziert wird.

Mit den Angehörigen über die Vorbeugung sprechen

Könnte man bereits Erkrankte dazu motivieren, mit ihren Familienangehörigen zu sprechen, die Lebens- und Ernährungsweise zu überdenken und zu verändern, wäre das eine ideale Art und Weise Diabetes vorzubeugen. Eine Forschergruppe aus Malaysia ging der Frage nach, in wieweit Typ-2-Diabetiker dazu bereit sind, sich schulen zu lassen, um mit ihren Angehörigen über Risiko und Vorbeugung von Diabetes zu sprechen.

Die eigenen Kinder und Enkel schützen

Für ihre Studie suchten die Forscher 425 Typ-2-Diabetiker aus verschiedenen Kliniken des Landes und befragten sie. Über 60 Prozent zeigten sich bereit, mit ihren gesunden Angehörigen über die Risikofaktoren für Diabetes zu sprechen und sich dafür auch ausbilden zu lassen. Im Mittelpunkt standen dabei die Faktoren Übergewicht, erhöhtes Risiko mit zunehmendem Alter zu erkranken und das Ziel, die eigenen Kinder und Enkel vor Diabetes zu schützen.

Diabetiker als Familiengesundheitsberater

Diese Idee eines Familiengesundheitsberaters klingt gut und sinnvoll. Wer könnte mit mehr Engagement Kinder und junge Menschen vor Diabetes schützen als die eigenen Eltern und Großeltern? In der Studie zeigte sich, dass diejenigen, die besonders viel über die Risikofaktoren von Diabetes wussten, am ehesten bereit waren ihr Wissen weiterzugeben.  Daten aus Malaysia lassen sich vielleicht nicht zu hundert Prozent auf Deutschland übertragen. Trotzdem klingt die Idee bestechend und wäre auch hierzulande eine Überlegung wert.