Aktuelle Zahlen der AOK

Auf dem Land mehr Diabetiker als in der Stadt

|   LV NiedersachsenMeldung

Knapp jeder zwölfte Deutsche ist Typ-2-Diabetiker. Aber innerhalb des Landes schwanken die Zahlen je nach Region deutlich. In den ländlichen Regionen und den östlichen Bundesländern wohnen überdurchschnittlich viele Diabetiker.

7,1 Millionen  und damit 8,6 Prozent aller Deutschen sind an Diabetes vom Typ 2 erkrankt – das ist das Ergebnis des „Gesundheitsatlas Diabetes Typ 2“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, der die Verteilung dieser Krankheit in den einzelnen Regionen untersuchte.

Am seltensten erkranken die Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Hier liegen die Erkrankungsraten bei 6,4 und 7,3 Prozent. Spitzenreiter sind die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, hier liegen diese Raten bei über 11,5 Prozent.

Unterschiede in den Erkrankungsraten bis Faktor 3,2

Noch größer als die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind allerdings die zwischen Stadt und Land. Die Raten an Diabetes schwanken hier von 4,8 Prozent in Heidelberg bis zu 15,4 Prozent im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Aber auch in einigen Regionen Westdeutschlands in Bayern, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordbayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen zeigen sich Erkrankungsraten, die deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen. Insgesamt erkranken Menschen in den ländlichen Regionen Deutschlands mit über 10 Prozent deutlich häufiger als Menschen in Städten mit über 500.000 Einwohnern (7,6 Prozent).

Vergleich der Großstädte: München hat die wenigsten Diabetiker

In einem Vergleich zwischen den deutschen Großstädten ab einer halben Million Einwohnern belegt München mit einem Diabetikeranteil von sechs Prozent den niedrigsten Rang. Auch Hamburg, Bremen und Berlin liegen allesamt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Essen ist mit einem Diabetikeranteil von 9,7 Prozent am stärksten betroffen.

Mehr als die Hälfte der Menschen mit Typ-2-Diabetes sind über 70 Jahre alt. Bei den über 80-Jährigen ist bereits jeder Dritte erkrankt. Dies führt zu höheren Erkrankungsraten in Regionen mit vielen älteren Einwohnern. Und je dicker die Menschen in einer Region sind umso häufiger leiden sie an der Stoffwechselstörung.

Vergleich mit anderen EU-Staaten

Im Vergleich mit den anderen 28-EU-Staaten liegt Deutschland im oberen Drittel. Selbst da, wo man traditionell keine Mittelmeerernährung genießt, nämlich beispielsweise in den Niederlanden und Belgien, erkranken um ein Drittel weniger beziehungsweise sogar nur halb so viele Menschen an Typ-2-Diabetes wie in Deutschland.


Weiterführende Informationen

Gesundheitsatlas Diabetes (PDF)