Hautveränderungen sehr häufig

Was Diabetes mit der Haut macht

Menschen mit Diabetes leiden sehr oft an Problemen mit der Haut. Dazu zählen nicht nur trockene Haut und Pigmentstörungen, sondern auch Infektionen mit Bakterien oder Pilzen. Eine Hautärztin schildert, wie man seine Haut gut pflegt und wann man zum Arzt gehen sollte.


Hautprobleme kennen sehr viele Menschen mit Diabetes. Warum ist das so und wie hängt die Haut mit der Stoffwechselerkrankung zusammen? Dies liegt unter anderem an der Glykierung, weiß Dr. Stella Belz, Dermatologin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, wie die Ärztezeitung berichtet. Darunter versteht man eine Anlagerung von Zuckern an Proteine und Lipide. Dies führe zu Funktionsstörungen von Keratinozyten, Fibroblasten und anderen Zellen, die mit der Haut zu tun haben, so Belz.

Außerdem schwächen zu hohe Blutzuckerspiegel das Immunsystem und machen die Haut anfälliger für Infektionen. Auch die Hautbarriere ist häufig nicht mehr intakt und erleichtert es Keimen sich dort anzusiedeln.

Trockene Haut mit Urea-haltigen Cremes pflegen

Ein Problem, das fast jeder mit Diabetes kennt, ist trockene Haut, die anfängt zu jucken. Auf zu heiße Duschen sollte man dann möglichst verzichten und lieber lauwarmes Wasser verwenden. Gegen Juckreiz und zur Vorbeugung von Hornhaut hilft regelmäßige Pflege, am besten mit Cremes die Urea enthalten. Wichtig ist dabei eine ausreichend hohe Konzentration. Mindestens 10 oder auch 15 Prozent Urea sollte in den Pflegelotionen enthalten sein, so Belz. Gegen den Juckreiz empfiehlt die Dermatologin Cremes mit Polidocanol. Dieser Wirkstoff betäubt die Haut von außen. In der Apotheke sind verschiedene Produkte rezeptfrei erhältlich.

Nagelpilz frühzeitig und konsequent behandeln

Ein zweites großes Problem für Menschen mit Diabetes sind Infektionen der Haut mit Pilzen und Bakterien. Nagelpilz erkennt man auch an der Verfärbung des Nagels und sollte sofort und konsequent behandelt werden. In den meisten Fällen sind spezielle Nagellacke mit Pilzmitteln ausreichend. In hartnäckigen Fällen wird der Arzt ein Medikament zum Einnehmen verordnen.

Vor Nagelpilz ist niemand gefeit, aber bei Diabetes kann er zu einem besonderen Problem werden. Der Nagel kann sich verhärten und verdicken und so rund um den Nagel zu kleinen Wunden führen, die bei Diabetes wegen Wundheilungsstörungen besonders ungünstig sind.

Infektionen der Haarfollikel mit Bakterien

Bei Diabetes entzünden sich auch manchmal die Haarfollikel, oft durch das Bakterium Staphylokokkus aureus. Hier sollte man einen Arzt um Rat fragen, ob Waschlotionen und eine antibiotikumhaltige Creme genügen oder ob besser ein Antibiotikum in Form von Tabletten eingenommen werden sollte.

Bei Vitiligo Sonnenschutz plus Kortisoncreme

Auch sogenannte Autoimmundermatosen treten bei Menschen mit Diabetes häufiger auf. Hier greift das Immunsystem körpereigene Strukturen in der Haut an. Eine häufige Autoimmundermatose ist Vitiligo. Diese Dermatose wird auch Weißfleckenkrankheit genannt und macht meistens keine Beschwerden. Trotzdem empfinden viele Menschen die gefleckte Haut als große Einschränkung ihrer Lebensqualität. Bei Vitiligo stehen verschiedene Cremes zur Verfügung. In der Regel kommen Kortisoncremes zum Einsatz. Für die empfindlichere Haut im Gesicht werden andere Produkte verwendet. Wichtig: wer an Vitiligo leidet, sollte sich auch konsequent vor UV-Strahlen schützen.

Belz dazu: „Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes kann Vitiligo auch gemeinsam mit einem polyglandulären Autoimmunsyndrom auftreten kann. Hier betrifft die Autoimmunreaktion dann neben der Haut auch hormonproduzierende Drüsen. Dann ist der ärztliche Rat eines Dermatologen gefragt.