Diabetes Typ 1

Stress schadet dem HbA1c

|   LV NiedersachsenKinder & JugendlicheMeldung

Vor allem junge Menschen mit Diabetes vom Typ 1 haben oft Probleme, sich mit ihrer Krankheit zu arrangieren, die sie ihr Leben lang begleiten wird. Doch je mehr Sorgen sie sich machen, umso schlechter sind die Blutzuckerwerte.

Diabetes vom Typ 1 – gerade Teenager und junge Menschen wirft die Vorstellung, lebenslang mit gewissen Einschränkungen leben zu müssen, häufig aus dem Gleichgewicht. Laut einer aktuellen Studie aus Leipzig1 scheinen die Blutzuckerwerte zu leiden, wenn Typ-1-Diabetiker sich von ihrer Erkrankung zu stark stressen lassen.

Schlechtere HbA1c-Werte in späteren Jahren

Untersucht wurden 584 Patienten, die bereits im Laufe der ersten fünf Lebensjahre an Diabetes erkrankt waren und zum Zeitpunkt der Befragung im Schnitt 21 Jahre alt waren. 60 Prozent waren weiblich, der HbA1c-Wert lag im Durchschnitt bei 64 mmol (8,0 Prozent). Über die Hälfte lebte mit einer Insulinpumpe, rund jeder Dritte war Teilnehmer des DMP-Programms Diabetes. Alle Teilnehmer füllten einen Fragebogen aus. Dieser beinhaltete Fragen wie: Ängstigt Sie der Gedanke, mit dem Diabetes leben zu müssen? Machen Sie sich Sorgen wegen einer Unterzuckerung? Anhand der Antworten ergab sich ein Score, der maximal 100 Punkte enthielt. Werte ab 40 deuten darauf hin, dass der Diabetes die Teilnehmer stresst.

Jeder Siebte leidet unter Stress

Der durchschnittliche Wert lag bei 20 Punkten. Jeder siebte Teilnehmer wies jedoch Werte von 40 oder mehr Punkten auf. Was auffiel: Je mehr Punkte die jungen Diabetiker in der Befragung hatten, umso höher war Ihr HbA1c. Das heißt der Langzeitblutzucker ist bei denjenigen erhöht, die sich mehr Sorgen um sich machen. Drei Jahre später fand eine zweite Befragung statt. Auch nach diesem Zeitraum zeigte sich, dass der HbA1c bei denjenigen besonders hoch war, die sich drei Jahre zuvor eher besorgt gezeigt hatten.

Insgesamt deutlich mehr Punkte hatten Menschen, die unzufrieden mit ihrer Therapie waren, einen niedrigen sozioökonomischen Status aufwiesen oder unter Depressionen litten. Frauen hatten eine deutlich höhere Punktzahl und auch Menschen mit einem generell schlechten körperlichen Zustand. Ganz konkret: Je 10 Punkte mehr im Score, bedeuteten eine Erhöhung des HbA1c um 1,82 mmol/mol.

Frauen mehr betroffen als Männer

Emotionaler Stress erschwert den Umgang mit dem Diabetes, so die Autorin der Studie Dr. Anna Stahl-Pehe vom Deutschen Diabeteszentrum in Leipzig. Menschen, die unbekümmerter mit der Krankheit umgingen, hatten demnach deutlich niedrigere Werte. Stress bei jungen Menschen beeinträchtigt die Blutzuckerwerte. Dies traf auf Frauen mehr als auf Männer zu. Und ganz besonders auf seelisch oder körperlich angeschlagene Menschen.

Weiterführende Links:

Diabetes distress in young adults with early‐onset Type 1 diabetes and its prospective relationship with HbA1c and health status