Hormone spielen Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes

Späte Wechseljahre verringern Risiko für Diabetes

|   LV NiedersachsenMeldung

Die Geschlechtshormone scheinen einen Einfluss auf die Entwicklung von Diabetes zu haben. Deswegen spielt der Beginn der Wechseljahre und auch der Pubertät bei Frauen eine Rolle dabei, ob sie an Typ-2-Diabetes erkranken oder nicht.

Warum bekommt die eine Frau in fortgeschrittenem Alter Diabetes von Typ 2 und die andere nicht? Offensichtlich spielen hierbei auch die Hormone eine Rolle. Zu diesem Schluss kommt eine französische Studie, bei der die Daten von knapp 84.000 Frauen ausgewertet wurden*.

Späte Menopause: Risiko um rund 30 Prozent niedriger

So zeigte sich, dass Frauen, die erst mit 52 oder später in die Wechseljahre kommen, im Vergleich zu denen, die diese Zeit schon mit 47 oder früher haben, ein um rund 30 Prozent niedrigeres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken.

Viele Jahre Regelblutung besser als weniger Jahre

Wichtig ist dabei auch der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Periode. Frauen, die mindestens 38 Jahre ihre Regelblutung haben, erkranken um 34 Prozent seltener als Frauen, die nur rund 31 Jahre bluten. Interessant: Frauen, bei denen die Zyklen mindestens 32 Tage dauerten, wiesen ein deutlich höheres Diabetes-Risiko auf als Frauen, deren Zyklen höchstens 24 Tage lang waren.

Antibaby-Pille erhöht Diabetes-Risiko

Im Gegensatz dazu erhöhte die Einnahme der Pille das Risiko für Typ-2-Diabetes. Frauen, die zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens die Pille genommen hatten, wiesen ein um rund ein Drittel erhöhtes Risiko für Diabetes auf. Dies zeigt noch einmal mehr, dass der weibliche Zyklus vor Diabetes schützt.

Die Autoren der Studie empfehlen Frauen, die ein hohes Risiko für Typ-2-Diabetes aufweisen, eventuell andere Möglichkeiten der Empfängnisverhütung in Erwägung zu ziehen. Zu diesen Risikofaktoren zählen Diabetes in der Familie, Übergewicht und Frauen mit dem polyzystischem Ovarialsyndrom PCOS.

Auch Stillen hat einen Einfluss auf Diabetes. Wer jemals ein Kind gestillt hat, wies laut den Daten der vorliegenden Studie ein rund zehn Prozent niedrigeres Risiko gegenüber Frauen auf, die niemals gestillt hatten.

Auch Zeitpunkt der Pubertät spielt eine Rolle

Jugendliche, die erst mit 14 oder später in die Pubertät kommen, hatten laut der französischen Untersuchung ein um rund zwölf Prozent reduziertes Risiko für Diabetes im Vergleich zu Jugendlichen, die vor dem 12. Geburtstag in die Pubertät kamen. Dazu die Autoren: „Es scheint, dass eine längere Exposition gegenüber Sexualhormonen - aber später im Leben - das Risiko einer späteren Entwicklung von Typ-2-Diabetes verringert.“

https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-09/d-lpa091319.php