Was in der kalten Jahreszeit anders ist

Mit Diabetes gut durch den Winter kommen

Die Blutzuckerwerte schwanken bei Minustemperaturen stärker als üblich, Frost beeinträchtigt die Wirksamkeit von Insulin und die Funktion von Messgeräten.Tiefe Außentemperaturen stellen für Menschen mit Diabetes eine Herausforderung dar.


Im Winter gibt es für Menschen mit Diabetes einiges zu beachten, denn niedrige Temperaturen können zu größeren Schwankungen des Blutzuckers führen. Wenn es kälter ist, benötigt der Körper mehr Energie, um ihn warm zu halten. Dies senkt den Blutzucker. Aber wenn es glatt auf den Gehwegen ist, verlassen viele seltener das Haus und bewegen sich weniger. Dies lässt die Blutzuckerwerte steigen. Bei Minustemperaturen bildet der Körper außerdem mehr Stresshormone. Dadurch wird die Wirkung von Insulin verringert.

Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) gibt Tipps, wie man mit Diabetes die kalten Monate gut übersteht.

Hilfreiche Tipps für den Winter

  • Insulin und Geräte schützen

Insulin nie Temperaturen unter zwei Grad Celsius aussetzen, Pens, Pumpen, CGM-Systeme körpernah tragen und Teststreifen und Messgeräte warm und trocken lagern.

  • Blutzucker im Blick behalten

Häufiger den Blutzucker messen oder das CGM kontinuierlich beobachten, da Werte bei wechselnder Kälte bzw. Wärme stärker schwanken.

  • Immunsystem stärken

Gesund und ausgewogen essen, viel Bewegung bei Tageslicht und bei Infekten den Blutzucker besonders engmaschig kontrollieren.

  • Haut und Füße schützen

Haut regelmäßig eincremen, auf Druckstellen und Hautveränderungen prüfen und warme, passende Schuhe tragen.

  • Kinder

Insulin gut isoliert transportieren und nasse Kleidung sofort wechseln.

  • Sport

Pausen einlegen, schnell verfügbare Kohlenhydrate dabeihaben und unterwegs regelmäßig messen.

Quelle: VDBD

Insulin nah am Körper tragen

Insulin friert bei Temperaturen unter zwei Grad Celsius ein und verliert damit seine Wirksamkeit. Blutzuckermessgeräte, Teststreifen und Systeme zur CGM reagieren auch auf Kälte, Schläuche von Insulinpumpen können steif werden und abknicken. „Insulin und Technik sollten im Winter immer nah am Körper getragen werden, damit sie nicht auskühlen“, so Yvonne Häusler vom VDBD. So ließen sich fehlerhafte Messwerte und eine falsche Dosierung von Insulin vermeiden.

Auf Kinder mit Diabetes im Winter besonders achten

Kinder lieben es, im Schnee herumzutollen – beim Schlittenfahren, der Schneeballschlacht oder auf der Skipiste kann der Blutzucker sinken. Der VDBD empfiehlt Eltern, vor und nach Aufenthalten im Freien die Werte ihrer Kinder zu prüfen, ihnen schnelle Kohlenhydrate mitzugeben und nasse Kleidung zügig zu wechseln.

Blutzucker noch besser im Auge behalten

Typische Winterkrankheiten wie Atemwegsinfekte treiben den Blutzucker in die Höhe. Häusler empfiehlt deswegen im Winter den Blutzucker häufiger manuell zu messen beziehungsweise die Kurven des Glucose-Sensors im Auge zu behalten. Dies gelte insbesondere bei akuten Infekten.

Füße besonders sorgfältig kontrollieren

Wer an diabetischer Polyneuropathie leidet, spürt Kälte schlechter als andere. Viele merken nicht, wenn ihre Füße im Winter zu kalt werden. Der ständige Wechsel zwischen trockener Kälte draußen und warmer Heizungsluft drinnen belastet die Haut zusätzlich und erhöht das Risiko für unbemerkte Erfrierungen, Risse oder Druckstellen. Der Verband rät daher, die Füße täglich zu kontrollieren und Winterschuhe sorgfältig auszuwählen. Diese sollten warmhalten, aber nicht drücken oder Reibungen verursachen.