Typ-1-Diabetes: Zwei neue Studien veröffentlicht

Kontinuierliche Blutzuckermessung für Jugendliche und Senioren von Vorteil

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Zwei aktuelle Studien aus den USA bestätigen den Nutzen von Systemen zur kontinuierlichen Blutzuckermessung. Zum einen bewirkten sie niedrigere HbA1c-Werte bei Jugendlichen, zum anderen ließen sich bei älteren Menschen zu niedrige Zuckerwerte vermeiden.

Jugendliche, junge Erwachsene und Senioren mit Diabetes vom Typ 1 gelten unter Ärzten als „Risikogruppe“. Die Jungen, weil sie oft andere Dinge im Kopf haben, als regelmäßig ihre Zuckerwerte zu kontrollieren. Und die Alten, weil sie häufig unter Hypoglykämien leiden.

Studie an 15- bis 24-Jährigen

Im Jahr 2008 kam eine Studie zu dem Schluss, dass 15- bis 24-Jährige nicht von CGM profitieren. Damals entwickelten sich die HbA1c-Werte über ein halbes Jahr hinweg nicht besser als bei Diabetikern gleichen Alters mit Teststreifen-Messung. Doch in den letzten 12 Jahren hat sich viel getan. Technische Fortschritte bei Modellen, die mittlerweile auch ohne regelmäßige Kalibrierungen durch Messungen mit Teststreifen auskommen, haben die gleiche Forschergruppe dazu bewogen, erneut eine Studie durchzuführen, an der 153 Menschen mit Typ-1-Diabetes aus der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren teilnahmen.

HbA1c von 8,9 auf 8,5 Prozent gesunken

Zu Beginn der Studie lag der HbA1c bei den jungen Teilnehmern im Mittel bei 8,9 Prozent. Bei der Hälfte der Teilnehmer, die in die Gruppe mit kontinuierliche Blutzuckermessung eingeteilt wurde, lag der Wert nach einem halben Jahr bei 8,5 Prozent. Damit ist er zwar immer noch zu hoch, aber immerhin niedriger als bei denjenigen, die den Blutzucker mehrmals täglich gemessen hatten. Bei ihnen blieb der Wert nämlich konstant bei 8,9 Prozent.

Die kontinuierlichen Messungen verhinderten auch starke Blutzuckerausschläge nach unten und oben. Die Dauer, in der der aktuelle Blutzucker im Zielbereich von 70 bis 180 mg/dl lag, stieg von 9,0 auf 10,3 Stunden pro Tag, während es in der Vergleichsgruppe keine wesent-lichen Veränderungen gab.

Im Alter häufiger Unterzucker

Die zweite Gruppe, bei denen die Einstellung des Blutzuckers besonders schwierig ist, sind ältere Patienten mit Typ-1-Diabetes. Im Alter kommt es häufiger zu Hypoglykämien, die oft nicht rechtzeitig erkannt werden. An der kürzlich veröffentlichten Studie nahmen über 200 Typ-1-Diabetiker mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren teil. Bei allen Teilnehmern war es trotz hoher HbA1c-Werte häufiger zu Unterzuckerungen gekommen. Die Hälfte der Teilnehmer wurde in die CGM-Gruppe eingeteilt. Die andere Hälfte maß mehrmals pro Tag den Blutzucker mit Teststreifen.

Deutlich weniger Hypoglykämien

Es zeigte sich, dass sich bei den Teilnehmern der Gruppe mit kontinuierlicher Blutzuckermessung die Zeiten mit zu niedrigen Zuckerwerten von 73 Minuten auf 39 Minuten pro Tag senken ließen. Bei den Teilnehmern der Teststreifen-Gruppe war dies nicht der Fall. Unter den Teilnehmern der CGM-Gruppe kam es nur bei einer Person zu einer schweren Hypoglykämie, in der anderen Gruppe waren es zehn.

Acht von zehn Senioren blieben bei der kontinuierlichen Blutzuckermessung

Die Studie zeigt damit, dass die kontinuierliche Blutzuckermessung auch bei älteren Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes effektiv eingesetzt werden kann, um Unterzuckerungen zu reduzieren und die allgemeine Blutzuckerkontrolle zu verbessern. Auch die Akzeptanz war hoch. Acht von zehn Teilnehmern blieben auch nach Beendigung der Studie bei der kontinuierlichen Blutzuckermessung.