Gelebte Selbsthilfe

Große Typ-“F“-Gemeinschaft: Besonderes Wir-Gefühl beim Diabetes-Wochenende

|   LV NiedersachsenKinder & JugendlicheMeldung

Das große Typ-“F“-Wochenende der Diabetiker Niedersachsen hat den teilnehmenden Kindern und ihren Angehörigen eine Menge Spaß und eine unbeschwerte Zeit bereitet. Dabei ist im Laufe der drei Tage eine große Familie weiter zusammengewachsen.

Ganz am Ende fließen dann plötzlich doch noch ein paar Tränen. Allerdings glücklicherweise nicht, weil etwas Schlimmes passiert ist, sondern – ganz im Gegenteil – weil die letzten Tage so schön waren: Es ist tatsächlicher Abschiedsschmerz, der bei den Kindern die Augen feucht werden lässt. So viel Spaß hat das Typ-“F“-Familienwochenende in Obernkirchen gemacht, so viel gab es zu erleben, so viele neue Freundschaften wurden geschlossen. Da ist es am Sonntagmittag natürlich gemein, dass sich nun alle Familien wieder zerstreuen und über ganz Niedersachsen verteilen – und all die neuen Freunde natürlich mit ihren Eltern mitkommen müssen.

Viele helfende Hände

Begonnen hatte das Typ-“F“-Wochenende – das „F“ steht für die Familie, deren Alltag von einer Diabeteserkrankung eines Familienmitglieds in einem ähnlichen Maße geprägt wird wie jener der Erkrankten selbst  – zwei Tage zuvor am Freitag.* 

Das heißt: Eigentlich hatte es schon am Donnerstag begonnen, als die ersten Helfer des veranstaltenden Diabetiker Niedersachsen e.V. zum Jugend-, Bildungs- und Freizeit-Centrum auf dem Bückeberg anreisten und mit dem vielfältigen Aufbau begannen. Und der hatte es durchaus in sich: Von Vorbereitungen wie dem Bereitstellen von gut gefüllten Obstschalen, dem Verteilen der eigens angefertigten Namensbuttons und T-Shirts bis zum Dekorieren des gesamten Geländes und dem Vorbereiten der Kinderaktivitäten. Ab Freitagmorgen gesellten sich auch eigens früher angereiste Familien dazu, um ordentlich mit anzupacken.

Informationen und Workshops

Als dann im Laufe des Freitags nach und nach weitere Besucher eintreffen, zeigt sich, dass das Gelände im Schaumburger Land tatsächlich wunderbar gewählt ist. Das JBF-Centrum liegt eingebettet in dichte Waldgebiete, große Wiesenflächen, natürliche Kletterbäume und eine Turnhalle bieten jede Menge Platz zum Toben und Spielen für die Kinder. Vornehmlich für die Erwachsenen stehen derweil gleich mehrere Seminarräume zur Verfügung. Hier gibt es über das Wochenende verteilt informative Workshops, die sich zum einen an die Familien richten – und zum anderen an die angereisten Bezirksvorsitzenden und Selbsthilfegruppenleiter, die sich parallel zum Typ-“F“-Wochenende zu einer Klausurtagung treffen.

Die Firmen Medtronic und Abbott stellen neue Produkte aus dem Bereich der Medizintechnik vor, zusätzlich gibt es speziell für Kinder auch Infos zur richtigen Ernährung oder zur Selbsteinschätzung: „Wo liegen unsere Stärken?“ In den eigens eingerichteten Näh- und Bastelstuben entstehen darüber hinaus mit viel Kreativität nützliche Dinge wie individuelle Gürteltaschen für die Insulinpumpe.

Highlights für die Kinder

Highlight sind gerade für die Kinder aber natürlich all jene Aktivitäten, die draußen stattfinden. Denn schließlich strahlen Sonne und Menschen um die Wette, es wird mit jedem Tag ein paar Grad wärmer und der Sommer hält so richtig Einzug. Es gibt eine Wanderung zu den Dinosaurierspuren auf dem Bückeberg; am Samstagabend lädt Thomas Schäfer aus dem Bezirksverband Schaumburg zu einer Fledermaustour. Die geflügelten Tiere zeigen sich zwar maximal spärlich, dennoch macht der Ausflug in den dämmrigen Wald allen eine Menge Spaß. Die Abende klingen derweil mit Würstchen und Stockbrot an Lagerfeuer und Grill aus.

Dass es in der Abgeschiedenheit so gut wie keine Netzabdeckung gibt, ist einerseits schön. Denn so konzentrieren sich alle Anwesenden tatsächlich auf das „Hier und Jetzt“ und sind weniger mit ihren Handys beschäftigt. Die Berichterstattung – etwa auf www-diabetiker-nds.de – wird dadurch allerdings zu einer kleinen Herausforderung, die aber freilich gemeistert wird: Ein erster Bericht wird am Samstagnachmittag via Hotspot an einem eigens aufgesuchten Schnellrestaurant online gestellt.

Eine große Typ-“F-“Familie entsteht

Doch wie es eben so ist, ist jedes noch so schöne Wochenende irgendwann einmal zu Ende. Und so kommt es dann hier und dort zu den eingangs erwähnten Tränen. Dennoch gerät auch die Verabschiedung weitgehend heiter. Es werden spontan noch viele Erinnerungsfotos geschossen – und das betrifft bei weitem nicht nur die Kinder, sondern es posieren hier und da durchaus auch noch mal zwei Väter für ein Foto oder es machen Familien gemeinsame Bilder. Telefonnummern und Kontaktdaten wurden und werden ausgetauscht. Es wird deutlich: In den drei Tagen ist tatsächlich eine große Familie entstanden, bestehend aus Helfern, Planern und Offiziellen – und ganz besonders natürlich aus den Kindern und den sie begleitenden Angehörigen.

Die Bande, die hier in Obernkirchen geknüpft wurden, gehen über die bloße Vereinszugehörigkeit hinaus. Sie sind ein Netzwerk für den weitergehenden Austausch von Erfahrungen, Tipps und Informationen. Darüber hinaus ist das Wochenende ein Beispiel für gelebte Selbsthilfe. Denn ausnahmslos alle beteiligten Personen haben mit ihrer Hilfe, ihrer guten Laune und ihrem Enthusiasmus zum Gelingen des Wochenendes und damit zum Entstehen der neuen großen Typ-“F“-Familie beigetragen. „Ihr seid super“, sagt Anke Buschmann vom Landesvorstand zum Abschluss anerkennend in die Runde, „Mit euch würde ich bis ans Ende der Welt fahren!“

Weiterführende Links:

Diabetes-Familienwochenende: Spaß und Selbsthilfe im Schaumburger Land