
Er kann fest oder flüssig sein, pulvrig oder klebrig, weiß, bräunlich oder klar - Zucker kann unser Leben versüßen, uns aber auch richtig krank machen. Dr. Eckart von Hirschhausen widmet sich in der neuesten Ausgabe der Doku-Reihe „Hirschhausen und…“ dem Thema Zucker.
Selbstkritisch blickt er auf seinen eigenen Verzehr und unterhält sich mit Menschen, die an den Folgen eines hohen Zuckerkonsums schwer erkrankt sind, dank veränderter Ernährung mit weniger Zucker und Kohlenhydraten heute aber deutlich gesünder sind als früher. Der Arzt und Wissenschaftsjournalist lässt sich von Fachleuten erklären, wie stark Zucker sämtliche Organe und Blutgefäße schädigt. Und er trifft Menschen, die deswegen kurz vor einer Fußamputation standen.

Der süße Verführer
Stellt euch mal 33 Päckchen Zucker vor – das ist die Menge an Zucker, die wir im Schnitt jährlich konsumieren. Das entspricht mit über 90 Gramm pro Tag mehr als der dreifachen Menge, die die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt. Diese 23 Gramm wären bereits in einem Becher Fruchtjoghurt oder in einem kleinen Glas Apfelsaft enthalten.

50 % Gemüse, 25 % Protein 25 % gesunde Fette
Dank Ernährungsumstellung kein Insulin mehr notwendig
Der Journalist unterhielt sich mit Ingrid Kinnen aus Brühl, die vor zwanzig Jahren an Typ-2-Diabetes erkrankt ist und lange insulinpflichtig war. Kinnen stellte ihre Ernährung komplett um. Heute verzichtet sie auf Getreide und versucht sich möglichst zuckerfrei zu ernähren. Ihre Blutzuckerkurven sind jetzt sehr flach und sie kommt ohne Insulin aus. Dies schafft sie unter anderem dadurch, dass es keine Brötchen mehr zum Frühstück gibt, sondern Gemüse. „Diabetes Typ 2 ist keine Einbahnstraße. Mit der richtigen Ernährung ist Zuckerkrankheit heilbar“, sagt ihr Diabetologe Prof. Dr. Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf.

Zuckeraustauschstoffe keine Lösung, sondern Teil des Problems
Viele Menschen ersetzen zuckerhaltige Produkte durch Light-Produkte, die Süßstoffe enthalten. Von Hirschhausen dazu: „Sind Zuckeraustauschstoffe die Lösung? Nein! Sie sind Teil des Problems. Mir war vor der Recherche für diesen Film nicht klar, wie desaströs die Bilanz von Süßstoffen ist. Sie stören die Geschmacksempfindung und das Sättigungssignal, die Darmflora und laut neuester Studien gibt es Hinweise, dass Süßstoffe Demenz beschleunigen.“ Süßstoffe können im Gehirn ein „Startsignal” auslösen, das den Appetit steigert. Hirschhausens Fazit: „Ich würde am liebsten einen Beipackzettel schreiben: Süßstoff verändert Ihr Gehirn und trickst Ihre Wahrnehmung aus.“

zuerst Ballaststoffe, Salat oder Gemüse. dann Fleisch, Fisch, Eier, Kohlenhydrate zum Schluss Pasta, Kartoffeln oder Reis
Blutzuckerkurve mit kleinen Tricks flach halten
Der Wissenschaftsjournalist stellt auch den Bestseller der französischen Biochemikerin und Buchautorin Jessie Inchauspé „Der Glukose-Trick“ vor. Die Französin empfiehlt unter anderem drei Strategien um die Blutzuckerkurve möglichst flach zu halten.
- Zucker meiden oder mit Eiweiß oder Fett kombinieren, zum Beispiel Obst mit Quark zusammen essen,
- herzhaft statt süß frühstücken und
- bei Hauptgerichten Salat und Gemüse immer vorweg essen und dann erst die Kohlenhydrate.
Wie macht man es besser von klein an?
Von Hirschhausen erntet mit Grundschulkindern im Rahmen des Programms „Gemüse Ackerdemie“ Gemüse, das im Anschluss zusammen zubereitet wird. Hierbei lernen Kinder den Geschmack von pflanzlichen Lebensmitteln kennen ohne Zucker und Zusatzstoffe.


