Nach dem Vorbild aus Frankreich und Belgien

EU-Kommission will verpflichtendes Nährwertlogo für Lebensmittel

|   LV NiedersachsenMeldung

Um dem Verbraucher den gesunden Einkauf im Supermarkt zu erleichtern, will die EU-Kommission ein verpflichtendes Nährwertlogo für Lebensmittel.

Weniger Pestizide auf dem Acker, mehr Schutz für die bedrängte Natur und ein Nährwertlogo auf Lebensmitteln: Europa soll nach dem Willen der EU-Kommission zum weltweiten Vorreiter für nachhaltige Ernährung und biologische Vielfalt werden.
 
Um den Bürgern der EU die Wahl im Supermarkt zu erleichtern, schlägt die EU-Kommission ein verpflichtendes Nährwertlogo für Lebensmittel vor. Ziel soll sein, es den Menschen zu erleichtern, bei ihrem Einkauf eine gesunde und nachhaltige Wahl zu treffen.

In Deutschland bislang nur Logo auf freiwilliger Basis geplant

Deutschland führt ein solches Nährwertlogo bereits ein - allerdings auf freiwilliger Basis der Hersteller. Die neuen Regeln sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten. Es geht dabei um eine freiwillige Verwendung des Logos auf der Vorderseite von Fertigprodukten.

Angaben über Zucker, Fett, Salz, Ballaststoffe und Proteine

Bei dem jetzt vorgeschlagenen System handelt es sich um den aus Frankreich stammenden Nutri-Score, der auch schon in Belgien verwendet wird. Dieser bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe und Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen Wert auf einer fünfstufigen Skala an.

In dem Entwurf des Kommissionspapiers sind jedoch noch viele Details offen. Es soll sich aber auf jeden Fall um ein verpflichtendes, einheitliches Logo auf der Vorderseite von Lebensmitteln handeln.

„Vom-Hof-auf-den Teller“-Strategie

Zudem soll die verpflichtende Angabe über die Herkunft von Milchprodukten ausgeweitet werden sowie auf Lebensmittel, die Milch und Fleisch enthalten. So sollen Verbraucher lokal produziertes besser erkennen können und kurze Lieferketten fördern.

Das Nährwertlogo ist Teil der deutlich umfangreicheren „Vom-Hof-auf-den-Teller“-Strategie, die die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmitteln in den Blick nimmt. Es geht etwa um den Einsatz von Pestiziden, Antibiotika und Düngemitteln sowie um Tierschutz und Fischerei. Auch sollen die Menge weggeworfener Lebensmittel und das Aufkommen an Verpackungsmüll reduziert werden.