Selbsthilfe mal anders

Erlebnisse, Workshops, volles Programm: Typ F-Familienwochenende – Tag 2

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Von Früh bis Spät: Der zweite Tag des Eltern-Kind-Wochenendes der Diabetiker Niedersachsen steht im Zeichen einer abwechslungsreichen Mischung aus Beratung und Bewegung. Der Rückblick auf den zweiten Tag.

Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, laut dem ein ganzes Dorf nötig ist, um ein einziges Kind zu beaufsichtigen. Wenn nun gleich eine ganze Horde Kinder, bei denen es hin und wieder auch noch – im wahrsten Sinne des Wortes – mal piept, über ein auch noch sehr weitläufiges Gelände tollt, dann braucht es zur Beaufsichtigung schon ein größeres Dorf beziehungsweise eine sehr stabile Gemeinschaft. Und eine solche hat sich im Rahmen des Eltern-Kind-Wochenendes der Diabetiker Niedersachsen auf dem Bückeberg bei Obernkirchen im Kreis Schaumburg zweifellos zusammengefunden.

Entspannung? Information!

„Hier können sich die Eltern tatsächlich mal entspannen“, sagt die DNI-Familienbeauftragte Anke Buschmann, „weil sie wissen, dass die Kinder hier gut betreut werden. Sei es durch uns und die vielen Helferinnen und Helfer – aber auch durch andere Eltern.“ Hier wüssten schließlich alle, was zu tun sei, wenn mal die üblichen elektronischen Warnsignale ertönten.

Wobei das mit dem „entspannen“ für die Eltern eher relativ zu betrachten ist. Die Informationen, die sie hier in Form von Workshops und einer Ausstellung durch eine ganze Bandbreite von Hilfsmittel-Herstellern sammeln können (dazu mehr in einem gesonderten Beitrag), ist immens. Dazu kommt die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen zu Fragen der Kinderbetreuung – sei es im privaten oder im Schul- und Kita-Umfeld – oder Schwankungen bei den Blutzuckerwerten, den Alltag und das ganze Drumherum auszutauschen. Kurz: Da passiert schon eine ganze Menge klassische Selbsthilfe – nur eben nicht in einem Gruppenraum, sondern auf einem abgelegenen Waldgrundstück.

Action für die Kids

Und die Kinder? Die älteren sind zum Teil ebenfalls bei den Workshops mit dabei oder passen mit auf die jüngeren auf. Zusätzlich verbringen sie viel Zeit bei den von der Ernährungsexpertin Regina Kröger angeleiteten Koch- und Nahrungsmittelkursen zu gesundem Essen, die hier als Teil der „Gemeinsam satt“-Aktion im Rahmen des Familienwochenendes stattfinden (dazu mehr in einem gesonderten Beitrag).

Ansonsten wird gebastelt, genäht und natürlich auf der Hüpfburg, der Riesenrutsche, auf den Kletterbäumen und auch ganz schlicht den Wiesen viel getobt. Zwischendurch findet noch ein spontan organisiertes Fußballturnier auf dem Sportplatz des JBF-Centrums statt. Am Abend weiß kaum noch ein Kind, was es über den Tag eigentlich alles gemacht hat – so vielfältig waren die Erlebnisse.

Am Abend dann Ruhe – oder doch nicht?

Als die Schatten langsam länger werden und die Sonne hinter den Baumkronen zu sinken beginnt, zieht wie schon am Vorabend der Rauch vom Grill durch den Wald. Die Salate zum Grillgut haben die Kinder im Laufe des Tages selbst zubereitet und können sie nun ihren Eltern servieren. Während sich die einen in romantischer Atmosphäre an knisternden Feuerkörben zusammensetzen, starten die Unermüdlichen – also vornehmlich die jüngere Generation – nach dem Kinoabend am Vortag nun eine Diskosause in der Mehrzweckhalle.

Es wummert, es dröhnt und der Trockeneisnebel strömt bis unter der Hallentür hindurch. Kinder kreischen aufgeregt und feiern ausgelassen ihre Lieblingshits, die der erfahrene Typ F erprobte DJ Christoph verlässlich nach Wunsch auflegt. Nach einer großen Runde „Reise nach Jerusalem“, inklusive fulminanter Siegerehrung, erklingt dann allerdings der altbekannte Rausschmeißer „Wer hat an der Uhr gedreht?“: Es geht bereits auf Mitternacht zu, als sich allmählich dann doch ein wenig Ruhe über das Gelände legt.