Der Tag der offenen Tür bot viele Begegnungen, spannende Einblicke und jede Menge gute Medizin. Immer wieder kamen Besucher mit Fragen vorbei, suchten das Gespräch oder einfach Orientierung. Genau dafür standen auch wir an diesem Tag zur Verfügung: zuhören, informieren, einordnen und Wege aufzeigen.
Das Diabeteszentrum selbst zeigte sich dabei von seiner besten Seite. Die Einrichtung gilt seit Jahrzehnten als feste Größe in der deutschen Diabetologie. Bereits 1968 gegründet, behandelt das von der DDG zertifizierte Exzellenzzentrum heute sämtliche Diabetesformen und Folgeerkrankungen – von der Blutzuckeroptimierung über das renommierte Schulungszentrum bis hin zur bundesweit bekannten Fußstation.
Blicke hinter die Kulissen
Stark nachgefragt war die Klinik-Führung, die den zahlreichen Gästen einen Blick hinter die Kulissen ermöglichten. Vom Patientenzimmer über die Behandlungsräume bis hin in den Laborbereich konnten die Besucher viele Bereiche entdecken, die bei einer Stippvisite im Klinikalltag sonst verborgen bleiben. Bei der Besichtigung eines Patientenzimmers gab es natürlich sofort Kommentare zur Ausstattung und zum Komfort. Hier zeigte sich, wie aufmerksam und interessiert die Gäste durch die Räume gingen.
Medizingeschichte zum Anfassen
Ein besonderes Highlight war das hauseigene Diabetesmuseum: eine liebevoll gestaltete Zeitreise durch die Geschichte der Diabetestherapie. Alte Glasspritzen für Insulin und über 130 Jahre alte Bücher, die vollmundig die Heilung der „Zuckerkrankheit“ versprachen, sorgten für Staunen und auch für manche Schmunzler. Zugleich machte die Sammlung deutlich, dass sie nicht nur die Fortschritte, sondern auch die dunklen Kapitel der Medizingeschichte nicht ausblendete. Darunter auch die stark auf „schlechte Genetik“ und strengste Diäten ausgelegten Diabetes-Lehrbücher des Dritten Reichs ebenso wie die „schwarze“ autoritäre Medizin der 50er Jahre in Ost und West. Gerade dieser schonungslose Blick zurück verleiht der Ausstellung Tiefe und zeigt, wie steinig der Weg zur modernen Diabetes-Therapie war.
Vorträge mit Substanz
Drei Fachvorträge sorgten für medizinische Substanz. Internist und Diabetologe G. Mekhael eröffnete mit einem klaren Überblick über Entstehung und Prävention von Diabetes Typ 2. Dies sorgte vor allem unter den nicht betroffenen Besuchern für lebhafte Diskussionen.
Mit Fischhaut gegen Amputationen
Für echte Begeisterung sorgten Dr. Diana Sarreiter, Katharina Welitschanski und Marinus Pho Duc mit innovativen Behandlungskonzepten beim diabetischen Fußsyndrom. Kaltplasma, Vakuumtherapie (VAC), Fischhaut vom nordatlantischen Kabeljau oder biologische Wundauflagen aus Schafsmagen – das Auditorium staunte. Die Kernbotschaft saß: Bis zu 80 Prozent aller Amputationen ließen sich durch frühzeitigen Therapiebeginn vermeiden.
Nicht auf Albumin fixieren
Mit Fachwissen und Humor nahm Dipl.-Med. Manfred Schlöcker die durch einen Diabetes bedingte Erkrankungen der Niere in den Blick. Moderne Therapien verlangsamten heutzutage das Fortschreiten der Erkrankung spürbar – was er augenzwinkernd als schlecht für ihn als Nephrologen, aber hervorragend für die Patienten kommentierte. Zur Vorsicht mahnte er bei der Fixierung auf Albumin im Urin als Anzeiger für einen Nierenschaden. Dieser Effekt zeige sich oft erst dann, wenn eine diabetische Nephropathie schon weit fortgeschritten sei. Dies ließ viele der Zuhörer aufhorchen.
Fazit: Ein gelungener Tag mit vielen guten Gesprächen an unserem Infopoint und dem bestärkenden Gefühl, dass die Diabetologie in Bad Lauterberg in besten Händen liegt.










