Der Blutzuckerspiegel wird von den beiden Hormonen Glukagon und Insulin reguliert. Beide fungieren als Gegenspieler, in dem Insulin den Blutzucker senkt und Glukagon ihn erhöht. Bei gesunden Menschen sind diese beiden Hormone fein aufeinander abgestimmt. Gerät das Gleichgewicht aus der Balance, hat das Folgen für den Blutzuckerspiegel. Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes weisen erhöhte Werte an Glukagon auf. Dies hat zur Folge, dass bei ihnen mehr Glukose in der Leber produziert wird.
Je mehr Fett in der Leber umso mehr Glukagon
Am Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf untersuchten Wissenschaftler, ab wann im Laufe der Entstehung von Diabetes die Werte für Glukagon erhöht sind, und welchen Einfluss Erkrankungen der Leber hierbei haben. Es zeigte sich, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen dem Fettgehalt der Leberzellen und der Menge an produziertem Glukagon gibt.
Leber spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel
Die Untersuchungen ergaben, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes bereits im ersten Jahr ihrer Erkrankung nach einer Mahlzeit rund 75 Prozent höhere Glukagonwerte aufweisen als Menschen ohne Typ-2-Diabetes. Interessant ist, dass diese erhöhten Spiegel nicht mit der Insulinresistenz zusammenhängen, sondern mit dem Fettgehalt der Leber.
„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass Typ-2-Diabetes nicht ausschließlich unter dem Aspekt der Insulinwirkung betrachtet werden sollte. Die Leber und die Regulation von Glukagon spielen eine besondere Rolle im Stoffwechsel“, so einer der Studienautoren.
Hepatische Glukagonresistenz
Bislang lediglich vermutet wurde, dass das in den Leberzellen eingelagerte Fett die Wirkung von Glukagon beeinträchtigen könnte. Die aktuellen Daten bestätigen diese Vermutung. Die Wissenschaftler sprechen deswegen von einer „hepatischen Glukagonresistenz“. Das bedeutet, dass die Leber eventuell weniger empfindlich auf Glukagon reagiert, woraufhin der Körper vermehrt davon ausschüttet.
Diese Ergebnisse zeigen wie eng die Gesundheit der Leber und Diabetes Typ 2 zusammenhängen. „Eine frühzeitige Behandlung der Fettlebererkrankung könnte dazu beitragen, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken“, so die Forscher.
Das hilft gegen Verfettung der Leber

"Fettleber" (Steatosis hepatis) bedeutet, dass sich zu viel Fett in den Leberzellen abgelagert hat. Wenn mehr als zehn Prozent des Lebergewichts aus Fett besteht oder über die Hälfte der Zellen verfettet ist, spricht man von einer Fettleber. Hauptursachen sind übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht.
Eine Fettleber macht lange keine Beschwerden. Entdeckt wird sie durch einen Ultraschall des Bauchraums. In einem fortgeschrittenen Stadium kann sie zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.
Die gute Nachricht: durch eine Veränderung des Lebensstils kann sich die Leber wieder erholen. Dazu gehört ein strikter Verzicht auf Alkohol und bei Übergewicht Gewichtsreduktion. Haferkuren sind ein guter Anfang, um den Stoffwechsel zu resetten und die Zellen wieder empfindlicher für Insulin zu machen, was den Entfettungsprozess des Organs stark beschleunigt. Gepaart mit viel Bewegung sinkt dann der langfristig Fettgehalt der Leber. Selbst wenn sich auf der Waage nichts verändert hat.




