Diabetes begünstigt die Verkalkung der Arterien und erhöht damit das Risiko für Demenz. Außerdem schaden sowohl zu hohe als auch zu niedrige Blutzuckerwerte dem Gehirn. Auch die Insulinresistenz scheint einen Zusammenhang zwischen Diabetes und Demenz herzustellen. Dies alles sind Gründe dafür, dass Menschen mit Diabetes überdurchschnittlich oft an Demenz erkranken.

Zu niedrige Blutzuckerwerte ungünstig bei Demenz
Demenz jedoch erschwert das Diabetes-Management und damit die korrekte Einstellung des Blutzuckers. Besonders schädlich sind zu niedrige Blutzuckerwerte, da diese die Demenz weiter fortschreiten lassen. Deswegen peilen Ärzte bei Diabetikern mit Demenz mit einem HbA1c von 8 Prozent oft einen höheren Langzeitblutzuckerwert an, um Unterzuckerungen möglichst zu vermeiden. Systeme zu einer kontinuierlicheBlutzuckermessung (CGM) könnten auch bei Menschen mit Demenz die Einstellung des Blutzuckers verbessern.

So verändert Demenz die Diabetes-Behandlung
Menschen mit Demenz haben oft weniger Appetit, dafür aber oft einen hohen Bewegungsdrang. Dies sollte bei der Dosierung der Medikamente berücksichtigt werden. Denn Unterzucker schadet dem Gehirn und fördert so ein Voranschreiten der Demenz. Auch das Risiko für Stürze ist bei zu niedrigen Zuckerwerten erhöht. Deswegen ist es nicht nur wichtig, möglichst Blutzuckerschwankungen, sondern vor allem auch zu niedrige Blutzuckerwerte zu verhindern.

CGM: seltener Unterzucker, weniger Stürze und Todesfälle
Eine US-Studie an über 26.500 insulinpflichtigen Typ-1- und Typ-2-Diabetikern zeigte, dass nur rund 1.000 davon ein CGM-System nutzten. Die Auswertung der Daten zeigte, dass die kontinuierliche Glukosemessung einen Einfluss auf die Behandlung mit Insulin hatte. Die Teilnehmer mit CGM nutzten mit 84 Prozent überwiegend schnell wirkende Insuline, um die Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten zu senken. In der Kontrollgruppe ohne CGM-System erhielt mit 46 Prozent weniger als die Hälfte der Probanden schnell wirkende Insuline.
Bei dem kleinen Teil der Probanden, die CGM-Systeme nutzten, kam es zudem nicht nur seltener zu Unterzuckerungen, sondern auch zu deutlich weniger Stürzen und Todesfällen verglichen zu Probanden ohne CGM. Die Autoren der Studie schlagen deswegen vor, über den Einsatz von CGM bei Menschen mit Diabetes und Demenz nachzudenken.


