Marihuana und Haschisch

Cannabis könnte eventuell Ketoazidosen auslösen

Wer an Diabetes-Typ-1 leidet und sich regelmäßig Joints dreht, erhöht durch die pflanzliche Droge sein Risiko für Ketoazidosen, so eine US-amerikanische Untersuchung...

Beispielsweise bei chronischen Schmerzen, Epilepsie, Multipler Sklerose und nach Chemotherapien bei Krebs – Cannabis wird mittlerweile bei zahlreichen Krankheiten als Medizin gegen Schmerzen und Übelkeit eingesetzt. Es gibt eine kleinere Studie1, die darauf hindeutet, dass Cannabis eventuell die Insulinempfindlichkeit und die Funktion der Betazellen erhöhen könnte, was in erster Linie Menschen mit Diabetes vom Typ 2 betreffen würde.

Wirkung von Cannabis auf den Blutzucker unbekannt

Welche Auswirkungen Cannabis auf den Blutzucker hat, ist jedoch nicht bekannt. Glaubt man den Ergebnissen einer US-Befragung2, sollten aber vor allem Typ-1-Diabetiker vorsichtig mit dem Umgang mit Marihuana und Haschisch sein. Denn diejenigen, die regelmäßig Joints rauchen, erleiden doppelt so häufig Ketoazidosen wie andere Menschen mit Diabetes.

Befragt wurden 450 Typ-1-Diabetiker zu ihrem Drogenkonsum. Ein knappes Drittel gab an, regelmäßig Cannabis zu konsumieren, davon jeder zweite mindestens zwei Mal pro Woche. Die Befragung ergab Folgendes: Jeder fünfte, der Cannabis rauchte, musste bereits mindestens einmal wegen einer Ketoazidose ins Krankenhaus. Bei den Diabetikern, die diese Droge nicht nehmen, war es nur jeder Dreizehnte.

Mediziner aus Denver starteten diese Befragung, nachdem sie zwei Jahre zuvor zwei jüngere Diabetiker betreuten, die sogar mehrfach Ketoazidosen erlitten hatten. Beide hatten über längere Zeit regelmäßig Cannabis konsumiert, was bei ihnen zu dem sogenannten Cannabis-Hyperemesis-Syndrom geführt hatte. Dabei kommt es nach langjährigem Konsum zu Übelkeit und Erbrechen. Damals vermutete man, dass der Flüssigkeitshaushalt durch das häufige Erbrechen der Grund für die Ketoazidose gewesen sei. Nachdem sie aufhörten mit dem Kiffen war auch mit den Ketoazidosen Schluss.

Die Zahl der Studienteilnehmer ist zu klein, um definitiv sagen zu können, dass Cannabis bei Typ-1-Diabetikern Ketoazidosen auslöst. Trotzdem solltet Ihr Vorsicht walten lassen und besser auf Marihuana und Haschisch verzichten.

Weiterführende Links:

Efficacy and Safety of Cannabidiol and Tetrahydrocannabivarin on Glycemic and Lipid Parameters in Patients With Type 2 Diabetes: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Parallel Group Pilot Study

Association Between Cannabis Use and Risk for Diabetic Ketoacidosis in Adults With Type 1 Diabetes