Eltern-Kind-Treff im Abenteuerland Mellendorf: Ein familientauglicher Sonntag im Zeichen der Selbsthilfe

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Rund 40 Teilnehmer, folgten unserer Einladung zu einem Eltern-Kind-Treff unter dem Motto „Piks, Piks, Piks – Wir haben uns alle lieb“ Ende Oktober im Abenteuerland Mellendorf. Mit einem bunten Programm aus Beratung und ungezwungenem Austausch konnten wir Eltern aus ganz Niedersachsen begeistern und viele neue Mitglieder gewinnen. Anke Buschmann, Sprecherin des Arbeitskreises Jugend resümierte nach dem ersten Teil des Programms glücklich: „Toll, dass so Viele unserem Aufruf gefolgt sind. Vor allem in den vielen Gesprächen wurde klar, wie hoch der Bedarf an kompetenter Selbsthilfe und einem Austausch unter den Betroffenen ist.“

Klagewege von zwei Jahren

Nach der Eröffnung durch Anke Buschmann und den Landesvorsitzenden Arnfred Stoppok, stand mit einem Vortrag von Jugendreferentin Heike Steck aus dem Landesverband Baden-Württemberg das Thema „Diabetes & Schule“ ganz im Mittelpunkt des Treffens. Viele Eltern berichteten von ihren Problemen mit Lehrern, Behörden und Krankenkassen.  Auffällig dabei: In Niedersachsen ist nicht geklärt, wie mit Anträgen auf Integrationsbeihilfen (z.B. bei Bedarf einer Klassenfahrtbegleitung) umzugehen ist. Eine Mutter berichtete, dass sie einen Klageweg von zwei Jahren hinter sich hatte, um die entstandenen Kosten bezahlt zu bekommen.

 

Ein Erlass könnte Abhilfe schaffen

Heike Steck berichtete aus Baden-Württemberg, dass mit einem Erlass der Landesregierung, der die Zuständigkeiten und den behördlichen Ablauf regelt, ein Antrag auf Integrationsbeihilfen für die Eltern wesentlich einfacher geworden ist. Für unseren Landesvorstand ist klar, dass  wir die Umsetzung eines solchen Erlasses bei der Landesregierung vehement einfordern werden. Bei unserer Befragung zur Landtagswahl hatten fast alle Parteien ein Bewusstsein für das Problem beteuert, wie auch in der letzten Ausgabe des Diabetes-Journals nachzulesen ist.

 

Diskriminierung noch immer Thema

Nach Stecks Vortrag kam es zu vielen interessanten Gesprächen zwischen Eltern, Vertretern unseres AK Jugend und dem Landesvorstand bei dem alle möglichen Probleme auf den Tisch kamen. Sowohl die Vor- und Nachteile der verschiedenen Pumpen, Insuline und Messgeräte kamen dabei zur Sprache, als auch die Unwägbarkeiten und Konflikte im Alltag mit einem oder mehreren diabetischen Kindern. Eine erschreckende Erkenntnis dabei: Noch immer wissen viele Lehrer, Kinderärzte und selbst Internisten nicht zwischen einem Typ 1- und einem Typ 2-Diabetes  zu unterscheiden. Das geht so weit, dass Kindern in der Schule von Sportlehrern und Mitschülern vorgeworfen wird, an ihrem Diabetes selbst schuld zu sein.

 

Das nächste Treffen kommt bestimmt

Bei einem gemeinsamen Mittagessen bei dem die bis dahin munter im Abenteuerland tobenden Kleinen auch mit an den Tisch kamen wurden die Kontakte noch vertieft. Gemütlich klang der durch und durch familientaugliche Sonntag danach aus. Viele Familien blieben noch länger als der Zeitplan es ursprünglich vorgegeben hatte. Ein gutes Zeichen, welches deutlich macht, dass wir mit einem Angebot dieser Art einen Nerv getroffen und eine Lücke geschlossen haben. Auf seinem nächsten Arbeitstreffen Ende November wird der Arbeitskreis Jugend die Veranstaltung auswerten und den nächsten Familientreff planen. Mit im Blick wird dabei aber auch ein weiteres Angebot für Jugendliche ab 12 Jahren und deren Eltern sein.

 

„Ruhig mal eine Scheibe abschneiden“

Nach dem Ende der Veranstaltung zeigten sich Anke Buschmann und Heike Steck mehr als zufrieden. Der Eltern-Kind-Treff war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Buschmann bedankte sich deshalb herzlich bei allen, die mitgeholfen hatten, die Veranstaltung reibungslos zu organisieren. Besonders haben sie aber die angereisten Kinder beeindruckt. „Viele Erwachsene können sich ruhig mal eine Scheibe abschneiden von diesen Kindern, die so mutig und diszipliniert mit ihrem Diabetes umgehen“, so die Leiterin unseres AK Jugend abschließend.